Stichwort „Lügenpresse“: „Dagegen verwehre ich mich, äh …“

2. April 2017   —   Am 30. März kam unter Moderation von Anne Will eine illustre Runde aus Politik und Journalismus zusammen, von Sahra Wagenknecht über Peter Tauber und Frauke Petry bis hin zu den Chefredakteuren von Bild und Spiegel. Gemeinsam debattierte man über die „nervöse Republik“, aus Anlass der Vorstellung eines gleichnamigen Dokumentarfilms, der am 19. April in der ARD ausgestrahlt werden soll und in dem die Genannten prominent vorkommen. Im Gespräch zum Film und zum Zustand der Nation, sowie der Medien äußerte sich Bild-Chef Julian Reichelt – befragt zum Stichwort „Lügenpresse“ – folgendermaßen und durchaus angemessen nervös:

Was nicht existiert, ist das bewusste Konstruieren von, von Wahrheiten oder Realitäten, die so nicht existieren. Dagegen verwehre ich, und das ist ja der Vorwurf, dagegen verwehre ich mich, äh, in wirklich, ganz massiv, und in, in aller Schärfe. Und wie gesagt, wenn wir die andere Seite sehen und wenn wir sehen, wie professionell, äh, die andere Seite, und als die empfinde ich wirklich die Politik, ja, wir stehen nicht auf einer Seite, wir sollten aus meiner Sicht möglichst wenig im Borchardt (Promi-Restaurant in Berlin, Anmerkung P.S.) zusammensitzen, wir sollten einander im Borchardt möglichst wenig darüber erzählen, wie die einfachen Menschen da draußen ticken, weil, ich glaube, das ist, da verlieren wir dann den Draht, äh, äh, zur Realität, äh, wir sollten, äh, wir sollten, äh, äh, versuchen, äh, Wahrheit und Realität so gut es geht abzubilden.

Ja, vielleicht, vielleicht gehört es auch zur Wahrheit, dass wir, dass wir manchmal unsere Sprache hinterfragen sollten und vielleicht gehört es zur Wahrheit, dass wir, vielleicht nehme ich daraus mit, dass wir un…, unsere Methoden, unsere Herangehensweisen hinterfragen sollten. All das ist ja, all das ist möglich (…) Nur was nicht geschieht, ist, dass wir Wahrheiten konstruieren (…) Der Filter, der, die Möglichkeit, der Filter zu sein, muss jeden Tag, das ist mein, äh, der, der, das ist der, der Kampf, den, den, den ich in gewisser Weise f… führe, der muss jeden Tag hart erarbeitet werden.

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