Die vertraulichen Sprachregelungen der ARD

30. Juni 2017   —  Tagesschau-Redakteure sind beim Formulieren ihrer Texte an interne Richtlinien gebunden, die offenbar auch politische Wertungen vorgeben. Nun äußert sich Chefredakteur Kai Gniffke dazu.

Im Rahmen der ARD-Aktion „Sag’s mir ins Gesicht“ standen kürzlich einige Redakteure des Senders den Zuschauern Rede und Antwort. Auch Kai Gniffke, Chefredakteur von ARD-aktuell, und damit verantwortlich für Tagesschau und Tagesthemen, nahm sich eine Stunde Zeit, um persönlich und direkt auf Zuschauerfragen und Beschwerden zu reagieren. Anlass war die andauernde Welle der Medienkritik, die auch die ARD weiterhin beschäftigt.

Im Rahmen dieser Aktion beschwerte sich ein Zuschauer bei Gniffke, dass in der Ukraine-Berichterstattung rechtsradikale Kämpfer, die offen mit Nazi-Symbolik auftraten, von der ARD verharmlosend als „nationalkonservativ“ bezeichnet worden seien. In seiner Antwort widersprach Gniffke und erwähnte nebenbei die eigenen Sprachregelungs-Richtlinien:

„Ich weiß, dass das ein Punkt ist, der extrem polarisiert und die Emotionen hochgehen lässt. Wir reden über dieses Asow-Regiment, eine Einheit, die wir in der Tagesschau ‚ultranationalistisch‘ nennen. (…) Bei der Tagesschau gibt es fast nichts, für das es keine Richtlinie gibt. Und es gibt eine Richtlinie, die heißt, wir nennen diese Einheit ‚ultranationalistisch‘.“

Daraufhin erkundigte ich mich bei Gniffke nach diesen Richtlinien. Seit wann existieren sie? Wer verfasst sie? Kann man sie einsehen? Dazu der Chefredakteur in seiner Antwort an mich:

„Die so genannten Richtlinien wurden meiner Kenntnis nach vor mehr als 20 Jahren von der Redaktion ARD-aktuell eingeführt, da die Zahl der Sendungen und Plattformen zugenommen hat. Es geht dabei um die Einheitlichkeit von Bezeichnungen und Schreibweisen sowie um die Verwendung korrekter Begriffe. Heißt es z. B. ‚Kilometer pro Stunde‘ oder ‚Stundenkilometer‘, ist ‚Hann Münden‘ die korrekte Ortsangabe oder ‚Hannoversch Münden‘?

‚Richtlinien zu einheitlicher Sprache bei politischen Wertungen‘, wie Sie schreiben, gibt es nicht. Politischer Wertungen enthalten sich die Sendungen von ARD-aktuell (mit Ausnahme des Kommentars in den ‚Tagesthemen‘). (…) Die Inhalte (der Richtlinien; Anmerkung P.S.) entstehen auf der Basis gesicherter Rechercheergebnisse. Sie werden in der Redaktion kontinuierlich diskutiert und ggf. modifiziert. Um die regelmäßige Pflege kümmert sich ein Chef vom Dienst.“

Geht es also ganz harmlos nur um richtige Schreibweisen und die Einheitlichkeit bei Bezeichnungen? So einfach ist es wohl nicht. Denn betrachtet man die ARD-Berichterstattung, so fallen eine ganze Reihe fester Attribute auf, die durchaus politische Wertungen transportieren. So wird der syrische Präsident Assad regelmäßig als „Machthaber“ bezeichnet, der IS als „Terrormiliz“, Hamas und Taliban als „radikalislamisch“ etc. Eine „Terrormiliz“ ist eindeutig etwas Negatives, das rechtmäßig bekämpft wird. Nun mag das auf den IS ja zutreffen, nur stellt sich eben die Frage, aufgrund welcher Kriterien denn bewaffnete Kämpfer generell in den Nachrichten so bezeichnet werden. Gleiches gilt für den Begriff „Machthaber“, mit dem de facto nur ausgewählte Staatsführer belegt werden – meist solche, denen die Bundesregierung kritisch gegenüber steht.

Es sollte eigentlich klar sein: Wertungen dieser Art haben in den Nachrichten nichts verloren, insbesondere, wenn saubere Kriterien für ihre Verwendung nicht erkennbar sind. Gibt eine Redaktion solche Attribute auch noch per Richtlinie den eigenen Mitarbeitern vor, wird es hochproblematisch, gerade beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk, der ja in besonderer Weise einer unparteiischen Berichterstattung verpflichtet ist.

„Wertende Beschreibungen gibt es nicht“

Tagesschau-Chefredakteur Gniffke streitet eine Wertung jedoch rundheraus ab. Auf Nachfrage, weshalb man Attribute wie „Machthaber“ oder „Terrormiliz“ überhaupt für notwendig halte, meint er:

„Wertende Beschreibungen gibt es nicht. Einordnende Beschreibungen hingegen sind für das Publikum insbesondere dann hilfreich, wenn es sich um neue Organisationen handelt oder um Institutionen aus anderen Weltregionen.“

Die Nachfrage, worin für ihn der Unterschied zwischen „wertend“ und „einordnend“ bestünde, ließ Gniffke unbeantwortet. Doch auch abgesehen davon steht die Argumentation erkennbar auf schwachen Füßen. Denn weder Assad, noch der IS, die Taliban oder die Hamas sind „neue“ Akteure, die man dem Publikum irgendwie erst vorstellen müsste. Und selbst wenn sie neu wären, müsste eine Einordnung unparteiisch und nicht wertend sein. Das immerhin räumt Gniffke ein, wenn auch im Konjunktiv:

„Tatsächlich wären Wertungen ein Widerspruch zum Neutralitätsanspruch.“

Doch wie gesagt, solche Wertungen kann der Chefredakteur nicht erkennen. Weitere Nachfragen dazu wurden von ihm nicht beantwortet. Der Slogan „Sag’s mir ins Gesicht“ hieße wohl besser: „Frag nicht weiter nach“.

Gniffkes entschiedene Aussage („wertende Beschreibungen gibt es nicht“) wird derweil aus der Medienwissenschaft angezweifelt. Prof. Michael Haller einer der namhaftesten Medienforscher Deutschlands, der lange für den SPIEGEL und die ZEIT schrieb und bis 2010 Professor für Journalistik am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig war, meint dazu auf Nachfrage:

„Es gibt keine ‚harte‘ Grenze zwischen wertend und nicht-wertend. Es handelt sich meist um Etikettierungen, die je nach Konnotation (Gegenstand) und Sprachgebrauch (Wortbedeutungen in der Alltagssprache) mehr oder weniger ‚wertend‘ verstanden werden. (…) Aus seiner (Gniffkes; Anmerkung P.S.) Sicht gibt es offenbar zwei strikt getrennte Kategorien: wertend/nicht wertend – also eine binäre Sichtweise, die der ‚fließenden‘ Semantik unserer Sprache nicht entspricht und ich darum nicht teile.“

Solche fließenden Übergänge betonen auch die Fachbuchautoren Peter Linden und Christian Bleher. Für sie ist schon die übliche Unterscheidung von Nachricht und Meinung eine „künstliche Trennung“. So argumentieren sie in ihrem Buch „Glossen und Kommentare in den Printmedien“, dass in jeder Nachricht ein Standpunkt oder eine Perspektive stecke. Wichtig sei, wie offen mit diesem Standpunkt umgegangen werde. Der eigentliche Unterschied zwischen Faktenbericht und Kommentar sei, dass in letzterem der Standpunkt mit Argumenten begründet werde. Spannend für den Leser, so Linden und Bleher, sei nicht, was der Autor denkt, sondern wie er es begründet.

Wer freilich Objektivität und Wertfreiheit schon pauschal für sich reklamiert hat, der muss natürlich auch nichts mehr begründen. Hart geht in diesem Zusammenhang der ehemalige Tagesschau-Redakteur Volker Bräutigam mit Gniffkes Aussagen ins Gericht. Auf Nachfrage meint er:

„Der Mann versucht, reaktionsinterne Zensur als Normalität auch im öffentlich-rechtlichen Rundfunksystem auszugeben. Es ist ihm ersichtlich bewusst, welch ein Politikum seine ‚Redaktions-Wiki‘ darstellt, und dass sie das Licht der Öffentlichkeit zu scheuen hat. (…) Solche Begriffe enthalten Wertungen, die in einer sauberen Nachricht nichts verloren haben. Was von diesem oder jenem Staatsoberhaupt oder Regierungschef zu halten ist, kann jeder Zuschauer selbst befinden.“

Bräutigam ergänzt, dass es zu seiner Zeit bei der Tagesschau in den 1970er und 1980er Jahren Richtlinien in dieser konkreten Form noch nicht gab, wohl aber Sprachregelungen „in Form ungeschriebener Gesetze“. So hätte man über die DDR eben „weniger wohlwollend berichtet als über die Nachbarländer Frankreich oder Österreich“. Ein restriktives „Wording“ wie heute hätte es aber nicht gegeben.

Die rechtspopulistische AfD

Dass die ARD um die Brisanz ihrer Sprachregelungen weiß, macht eine Äußerung Gniffkes zur AfD deutlich. So teilte er im Herbst letzten Jahres eine Änderung der entsprechenden Richtlinie:

„Allerdings verzichten wir seit einiger Zeit darauf, bei jeder Nennung der AfD das Attribut ‚rechtspopulistisch‘ zum Parteinamen hinzuzufügen. Hintergrund dieser Vorgehensweise ist die Tatsache, dass die AfD nicht zuletzt aufgrund der zurückliegenden Landtagswahlen einen solch hohen Bekanntheitsgrad erreicht hat, dass es der permanenten Einordnung durch dieses Attribut nicht mehr bedarf, um den Zuschauerinnen und Zuschauern eine Orientierung zu ermöglichen.

Zudem haben Teile unseres Publikums die permanente Nennung der ‚rechtspopulistischen AfD‘ als Versuch einer Bevormundung empfunden, der nicht dem Anspruch der Tagesschau entspricht. Wir stellen also fest, dass es bei einer Formulierung wie ‚die rechtspopulistische AfD‘ zwei sehr verschiedene Wahrnehmungen geben kann. Während die einen darin eine inhaltlich korrekte Orientierungshilfe für das Publikum sehen, nehmen es die anderen als einen unangebrachten Versuch der Beeinflussung wahr. Diesen Umstand haben wir in den vergangenen Monaten kritisch reflektiert und uns nun zu dem Verzicht auf die permanente Etikettierung entschlossen.“

Mit anderen Worten: Die ARD gibt einem politischen Akteur kein negativ gefärbtes Beiwort mehr, weil der Akteur inzwischen jedem bekannt ist, das Publikum der „Orientierung“ also nicht mehr „bedarf“. Man kann Gniffke hier kaum anders verstehen, als dass es am Ende eben doch um das Einsortieren eines als „negativ“ begriffenen Akteurs in eine Schublade geht.

Der Knackpunkt dabei: Wiederum verwendet der Chefredakteur den Begriff „Einordnung“ anstelle von „Wertung“, ohne den Unterschied zu erklären. Alles fußt auf der Unterstellung, die „Einordnungen“ wären völlig wertneutral und sachlich. Doch der Übergang von der Einordnung zur Wertung ist eben fließend. Ergänzungen wie „rechtspopulistisch“, „Terrormiliz“ oder „Machthaber“ transportieren einen politischen Standpunkt dem Beschriebenen gegenüber.

Unklar bleiben zudem die Kriterien, nach denen entschieden wird (von wem überhaupt?), ob ein Akteur ein solches negatives Attribut erhält. Der gesamte Prozess erscheint willkürlich, intransparent und weit weg vom öffentlich-rechtlichen Selbstverständnis.

Die Richtlinien bleiben vertraulich

Um die Sprachregelungen der ARD seriös öffentlich debattieren zu können, müssten sie natürlich zunächst einmal selbst ans Licht der Öffentlichkeit. Vieles ist unklar. Zu welchen politischen Gruppen und Personen gibt es überhaupt Richtlinien? Wie lauten sie und wer hat sie wann warum verfasst? An dieser Stelle aber mauert der Chefredakteur:

„Das Redaktions-Wiki ist für alle Redakteurinnen und Redakteure jederzeit einsehbar, nicht aber für die Öffentlichkeit. (…) Das Redaktions-Wiki, in dem die Richtlinien enthalten sind, ist ein rein internes Arbeitsinstrument und ausschließlich für den Gebrauch in der Redaktion bestimmt. (…) Viele Redaktionen verfügen über einen eigenen ‚Styleguide‘, den sich die Redaktion selbst erarbeitet und den man nicht vor den Mitbewerbern ausbreiten muss.“

Dieses Argument verwundert, da führende Medien ihre entsprechenden Richtlinien längst veröffentlicht haben. So bietet die New York Times ihren offiziellen Styleguide in Buchform jedermann zum Kauf an, ebenso die Nachrichtenagentur AP. Die Richtlinien der BBC kann man mittlerweile sogar ohne Zugangsbeschränkung online einsehen. In diesem Zusammenhang irritiert die Intransparenz der ARD.

Ähnlich sieht es Prof. Haller. Zwar sollten seiner Ansicht nach „nicht die internen Richtlinien in globo“, also insgesamt, veröffentlicht werden, „aber die im Verständnis politischer Vorgänge ggf. als heikel empfundenen Bezeichnungen, in der Art: Name plus zugeordnete Etikettierung plus kurze begriffliche Erläuterung/Begründung. Dies würde den Diskurs transparent machen.“ Ex-Tagesschau-Redakteur Volker Bräutigam ergänzt:

„Selbstverständlich wäre es angemessen, diese Richtlinien zu veröffentlichen. Noch besser wäre allerdings, wenn sich die zur Kontrolle der Programmarbeit befugten Rundfunkräte ihres Amtes würdig erwiesen und prüften, ob diese Richtlinien überhaupt mit dem Programmauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks vereinbar sind. Ich bezweifle es.“

Bräutigam (Autor des gerade erschienenen Buches „Die Macht um Acht“) hatte bereits vor 35 Jahren, damals noch als aktiver Tagesschau-Redakteur, ein kritisches Buch über die Nachrichtensendung verfasst („Die Tagesschauer“, Rowohlt Verlag), dass 1982 ein kleiner Sachbuchbestseller war. Manche Passagen daraus wirken noch heute aktuell:

„Journalisten üben ihren Beruf nicht in einem machtfreien Raum aus. Das gilt in besonderem Maße für die Redakteure in den Rundfunkanstalten und hier gerade auch in Nachrichtenredaktionen wie der Tagesschau. Wir Redakteure sind im Gegenteil selbst Schlingen in einem höchst tragfähigen Machtnetz. (…) Keiner wird bei uns Intendant, der den politischen Parteien insgesamt zu kritisch gegenübersteht. Keiner wird Chefredakteur, es sei denn, er hat die richtigen Beziehungen oder das richtige Parteibuch. (…)

Wer die Tagesschau kritisch betrachtet, wird merken, dass sie massenhaft das bringt, was unsere politischen Zustände bestätigt und verfestigt (…) Die Parteien brauchen keinen direkten Durchgriff in die Redaktionen. Es genügt, dort ein bestimmtes Klima zu schaffen, das die Journalisten abstumpft. Ein Klima, in dem Kritik und Engagement, Mut und auch Konfliktbereitschaft ersticken.“

Vor solchen Problemen steht selbstverständlich nicht nur die ARD – alle großen Medien agieren in diesem Machtnetz. Der Medienwissenschaftler Leon Barkho, der für die Nachrichtenagenturen Reuters und AP gearbeitet hat und derzeit an einer schwedischen Hochschule Medienwissenschaften lehrt, hat 2011 eine Studie veröffentlicht, in der er die internen Sprachregelungs-Richtlinien von BBC und Al Jazeera English vergleicht.

Die Richtlinien sind ausgefeilt und geben konkrete Anweisungen an die eigenen Redakteure, wie bestimmte Begriffe verwendet (oder vermieden) werden sollen. So spricht die BBC laut der Studie (eher negativ) von „militanten Palästinensern“, Al Jazeera aber (neutral) von „Gaza-Kämpfern“. Barkho weist auf die große Bedeutung dieser Richtlinien hin, die oftmals unausgesprochen politische Ziele verfolgen und eine bestimmte Perspektive bevorzugen. Umso wichtiger erscheint eine Offenlegung solcher Anweisungen sowie eine kritische Debatte.

(Dieser Artikel wurde im Online-Magazin Telepolis veröffentlicht.)

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7 Gedanken zu „Die vertraulichen Sprachregelungen der ARD

  1. marie

    danke für ihre nachfragen und recherchen zu diesem thema. was herr gniffke „zuordnungen“ nennt, hieß in der ddr „argumentationshilfe“ . und ich muß schon sagen, diese waren nicht so plump und durchschaubar wie die NATÜRLICH OFFENSICHTLICH wertenden zurodnungen= etiketten-verteilungen als pure pr, statt korrekte inhaltsangabe. und die absolut lächerliche erklärung der pädagigisch-betreuten information durch plakative vereinfachung zeugt davon, dass er entweder seine „kunden“ als volltrottel sieht, die leicht zu täuschen sind bzw. schon erkannt hat, dass es gar keine andere (kluge kritische) „zielgruppe“ mehr für ihn geben kann …

    bei den „argumentationshilfen“ ging es übrigens nicht um irreführungen im vorfeld, sondern vor allem um ganz offensichtliche widersprüche, die eine doppelmoral für die bevölkerung erkennbar machte, welche sie kritisch hinterfragte … die dabei ihr aufgebundenen bären führten zu einer zunehmenden kritik und vertrauensverlust und der einsicht in die sinnlosigkeit eines fruchtbaren inhaltlichen dialoges – eine ideologie oder religion verschwindet leider nicht durch vernunft und humanität … sondern ist nur mit ignoranz – totaler ignoranz und besinnung auf den EIGENEN verstand und selbstvertrauen in die eigene interpretation lahm zu legen und im nichts verpuffen zu lassen ….

    alle religions- und ideologiefans .werden so jedoch ihrem „lebenssinn“ beraubt .. das ist das drama an der ganzen farce, die sie hier beschreiben

    für mich dienen gniffke&co. eher zur belustigung… sein rumhantieren mit verbalen kneifzangen und die dabei gleichzeitige offenlegung des sinns seiner verrenkungen als subtil gedachte „normalität“ ist echt goldig … und hinterläßt tiefe und hintergründige spuren, wenn man sie denn lesen kann … ganz doll gestolpert wird dann, wenn ein trump auf der bühne erscheint – genauso, als wenn der heißgeliebte und verehrte „patenonkel“ plötzlich zu spucken beginnt und aus der im traditionell angedachten rolle fällt … die „familie“ ist aufgescheucht …

    “ Während die einen darin eine inhaltlich korrekte Orientierungshilfe für das Publikum sehen, nehmen es die anderen als einen unangebrachten Versuch der Beeinflussung wahr. Diesen Umstand haben wir in den vergangenen Monaten kritisch reflektiert …“ (gniffke)

    ist das nicht echt süß?? da sieht doch echt sein „publikum“ (wow, herr theaterchef^^) seine inszenierungen UNTERSCHIEDLICH – welche erkenntnis – ich krieg mich gar nicht mehr ein von der lächerlichen peinlichkeit, die mir da gegen zwangsbezahlung geliefert wird … also: gniffke kann man nur als satire genießen … wenn wir schon dafür bezahlen müssen … nicht ärgern, nur lachen, lachen lachen … wer ihn ernst nimmt hat ihn völlig falsch verstanden … und aus der geschichte lernen heißt: auslachen und NICHT ernsthaft folgen!!!!

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  2. hintermbusch

    Bleiben wir doch einmal bei der schönen einordnenden Bezeichnung „Machthaber“, wie sie in Nachrichten der Tagesschau verwendet wird. Kennt jemand irgendeine Quelle, in der irgendein Mitglied des saudischen „Königshauses“ als „Machthaber“ bezeichnet wird? Diese Quelle würde ich gerne einmal sehen.
    Was also ist ein „Königshaus“ verglichen mit einem „Machthaber“? Ein „Machthaber“ ist einsam, ein „Königshaus“ ist ein Kollektiv und als Haus auch ordentlich strukturiert, und eine Monarchie ist ein Form legitimer Herrschaft. Mit dem Begriff „Königshaus“ wird Saudi-Arabien also mit (unverdienten) positiven „Einordnungen“ nur so überhäuft, bereits in der Nachrichtengrundlage. Und auf diese bereits stark positiv verzerrte Grundlage packt die Tagesschau dann aus Anlass von Merkels Staatsbesuch noch solche Kommentare:
    Saudi-Arabien – viel besser als sein Ruf
    In diesem Kommentar wird die Nachrichtengrundlage nochmals hemmungslos verbogen. Aus einem barbarischen Staat, in dem kritische Blogger ausgepeitscht und oppositionelle Wortführer hingerichtet werden, wird flugs ein „Königreich der Verbote“, was durchaus ein autoritär-zivilisierter Staat sein könnte, bei dem aber – wer hätte es anders erwartet – die Richtung stimmt.
    Jeder einigermaßen informierte Bürger weiß aber, dass die ganze Beschönigung nur der Absicherung einer Politik dient, in der Saudi-Arabien ein wichtiger Pfeiler eines Machtsystems ist, dem sich Deutschland zugehörig sieht. Und selbst diese strategische Entscheidung für Saudi-Arabien ist nicht einmal in der Führungsmacht das Ergebnis einer nationalen Debatte und inhaltlich unstrittig. Unstrittig ist nur, dass die Eliten in zahllosen Ländern direkt mit saudischem Geld hofiert bzw. geschmiert werden.
    Was die Tagesschau also letztlich betreibt, ist die mediale Begleitung eines Abgrunds an Korruption und Verrat, ohne dass irgendwo eine deutsche Bevölkerung erkennbar ist, in deren Interesse das liegt und die das offiziell demokratisch legitimieren würde: eindeutig post- oder prädemokratische Strukturen. Diese Strukturen, auch die medialen, sind inzwischen weniger demokratisch und weniger Kritik aus den Institutionen ausgesetzt als, sagen wir mal, im Deutschen Reich um 1888. Die Kritik kommt mehr oder minder nur von der Straße, von Bloggern, „Pöblern“ und einem wackeren Rest von Profis aus einer etwas besseren Zeit, die sich heute im Ruhestand befinden und offen sprechen können. Wenn diese Alten weg sind, werden weitere Lichter eines aufgeklärten Diskurses ausgehen.

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  3. marie

    g20-sprachregelungen „die polizei hat immer recht“ oder wie offensichtliche lügen die hetze und polarisierung der gesellschaft eskalieren läßt

    „Dass in einem Land wie der Bundesrepublik Deutschland, das als führende Nation in verschiedenen Bündnissen zurecht Defizite beim Demokratieverständnis sowie den Bürger- und Freiheitsrechten in Staaten wie der Türkei, Ungarn und Russland anprangert, ein Gipfeltreffen mit derartigen Einschränkungen eben dieser Rechte einhergeht und sowohl die politische als auch die polizeiliche Führung einen Rückfall in vergangen geglaubte Zeiten praktizieren, ist unfassbar und beschämend.“ (sicht eine polizisten)
    http://vionville.blogspot.de/2017/07/G20-Polizistensicht.html?m=1

    “ Oder noch schöner: Allein schon der Name der Demo (Welcome to Hell) oder der Umstand, dass man sich – obwohl Eskalation möglich ist – auf einer solchen Demo aufhält, rechtfertigt, dass einem als Demonstrant auch Gewalt angetan werden darf.

    Das geht schon alles sehr in die Argumentationsecke: Wer nicht vergewaltigt werden möchte, trägt halt keine aufreizenden Kleider.

    Da wird mir wirklich schlecht.“ ( (analyse einer bloggerin))

    http://dasnuf.de/g20-und-mein-verstaendnis-von-demokratie/

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  4. marie

    es ist meine ganz persönliche wut! ich habe mich mit sehr vielen ereignissen beschäftigt, da ich ja aus einem sogenannten „unrechtsstaat“ komme … jedoch hat mich ganz besonders die unaufgeklärte ermordung von 10 menschen und der tod von 9 zeugen beim nsu interessiert. vor allem suchte ich nach einer antwort, wie die täter (ost) zu dem werden konnten, was nach ihrem „selbstmord“ vor gericht und ausschüssen verhandelt wurde. leider habe ich keine überzeugende stelle dabei gefunden, welche mir diese frage beantworten konnte.

    deshalb eine frage an ALLE jounalisten: „wie werdet ihr damit umgehen, wenn bei euren recherchen – ich sag mal dreist „pauschal“ (um nicht zu sagen per gesetz) eine sperrfrist von 120 jahren verhängt wird, selbst wenn die oberste regierungschefin persönlich „bedingungslose aufklärung“ versprochen hat?

    will frau merkel mich wütend machen? weiß sie nicht, dass dies nur gelingt, wenn man sie ernst nehmen könnte/würde? wie könnte mich so eine peinliche lügerei zu etwas anderen provozieren, als zu einer lächelnden finger an den kopf geste?

    wütend machen mich journalisten und menschen, die dazu schweigen und ihre unreflektierte dummheit als monstranz vor sich hertragen … und ab und zu laß ich diese wut mal raus und stelle mich an die seite derer, die die lust mit mir teilen, diese zu verbalisieren …

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    1. hintermbusch

      Hallo Marie,
      „… jedoch hat mich ganz besonders die unaufgeklärte ermordung von 10 menschen und der tod von 9 zeugen beim nsu interessiert.“
      Vor fast 3 Jahren habe ich dieses Dossier dazu recherchiert:
      https://hintermbusch.files.wordpress.com/2016/12/ruc39findenaugenderredakteure.pdf
      Man kann nicht behaupten, dass es im Dezember 2014 nicht verbreitet worden sei, u.a. Fefe hat es prominent und positiv besprochen: https://blog.fefe.de/?ts=aa6ef8ad
      Keine der dort dokumentierten offensichtlichen Unstimmigkeiten oder der mangelnden Berichterstattung dazu ist seither in regulären Verfahren aufgeklärt worden, wirklich gar nichts, obwohl zahllose Autoren in unterschiedlichsten Formaten weiter dazu veröffentlicht haben, u.a. Wolfgang Schorlau in seinem Bestseller-Roman und zahllosen Lesungen.
      Aber der Mainstream verweigert sich komplett einer inhaltlichen Auseinandersetzung. Außer förmlichem (und heuchlerischem) Glauben an die korrekte Arbeit von Gremien und Institutionen, Moralisierung und Diffamation u.a. durch Kontaktschuld-Argumente von Unterlingen in der Blogosphäre können Sie in solchen Fällen nichts erwarten. Wirklich nichts.
      „…wütend machen mich journalisten und menschen, die dazu schweigen und ihre unreflektierte dummheit als monstranz vor sich hertragen“
      Ja, das ist es. Soviel Dummheit kann es aber ohne eine massive Dosis intellektueller Korruption und Wurstigkeit gar nicht geben. Es ist eine bewusste Bankrotterklärung und resignierte Diskursverweigerung. Fefe hat das schon damals genau so geschrieben.

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      Antwort
      1. marie

        ich zähle auch korruption und wurstigkeit mit zur dummheit, auch wenn dies wohl viele für erstrebenswerte cleverness halten mögen … alles lebensfeindliche ist dumm – aber wir leben nun mal in einer dummen gesellschaft und nicht viele haben die kraft zum außenseiter:-)))

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      2. marie

        doch es gibt hoffnung:-)))

        http://www.zeit.de/zeit-wissen/2017/03/frido-mann-christine-mann-quantentheorie-philosophen-familie-werner-heisenberg

        jedenfalls sehe ich die ganz klar, denn die wissenschaft ist soweit, dass sie viele leerstellen ausfüllen konnte, welche bisher mit lügen und hokuspokus ausgefüllt wurden und als unwiderlegbar erschienen – nun jedoch mit wissenschaftlicher beweiskraft der quantenphysik eine völlig neue dimension des menschlichen lebens und seiner struktur geliefert haben >>> der matierie-begriff ist veraltet bzw. hat bisher nur den traditionellen teil erklärt >>> und die zeit ist reif, „materie“ viel umfassender zu begreifen … als eine art strukturmodell in welches auch gedanken, gefühle, wahrnehmungen, worte NACHWEISBAR + verändernd eingreifen und NEUES schaffen KÖNNEN >>> und somit viele sogenannte „regeln“ als das was sie sind: plump behauptete lächerlichkeiten – ganz klar überführt.

        die aufklärung hat einen großen schritt geschafft und verpflichtet alle mit den lügen und mythen aufzuräumen und somit die gesellschaft auf ein anderes niveau zu heben …

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