„Die Angst der Eliten“ scheint einen Nerv zu treffen

28. Juni 2018   —   Heute erhielt ich die schöne Nachricht, dass die erste Auflage meines Buches bereits ausverkauft ist und der Verlag nachdrucken lässt. Das freut mich natürlich sehr, ebenso wie das bis jetzt durchweg positive Leserecho, zum Beispiel auf Amazon, wo es unter anderem heißt: die mit Abstand beste politische Analyse seit langem“, „mit klaren Fakten, nüchtern und unaufdringlich in der Spache“, „aufschlussreich, spannend und unterhaltsam bis zur letzten Seite“. Vielen Dank auch an meine Leser! Das Buch bleibt auf Mundpropaganda angewiesen, da große Zeitungen es kaum besprechen.

Zwar haben Redakteure von Spiegel, Stern, Zeit und Süddeutscher Zeitung sich vom Verlag ein Rezensionsexemplar kommen lassen, wollen ihre Ansicht dazu nun aber offenbar nicht veröffentlichen. Doch kein Grund zur Klage, am Ende ist es ähnlich wie mit der großen Politik: Die Leser können sich selbst ermächtigen zu eigenem Handeln, sind auf etablierte Vermittler nicht unbedingt angewiesen.

Das Portal „Neue Debatte“ meinte heute in einer Rezension:

„Paul Schreyers ‚Die Angst der Eliten – Wer fürchtet die Demokratie‘ gehört ohne Wenn und Aber auf die private ‚List of must read books‘, wenn es um die Ausleuchtung von Teilaspekten der gegenwärtigen Demokratiekrise geht. Über 30 Seiten Anhang, auf denen sich Anmerkungen, Quellenangaben und das Personenregister verteilen, zeugen von dem Streben nach Genauigkeit. Das Ergebnis ist ausgesprochen hilfreich, zum Verständnis einer aus dem Leim geratenen Demokratie, in der Konsequenz aber nicht richtungsweisend – und das ist völlig okay. Schreyer krampft sich eben keine Lösung aus dem Kreuz, will er auch nicht, wie er schon im Vorwort ankündigt, sondern übergibt den Staffelstab des Nachdenkens an die Leserinnen und Leser.“

So ist es.

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5 Gedanken zu „„Die Angst der Eliten“ scheint einen Nerv zu treffen

  1. Mensch nachstaatlichem, deutschen Recht

    Schön für Sie. Es gibt auch viele andere Analysten, wie z.B. Willy Wimmer (und viel andere, mehr mehr oder weniger gut, das sollte auch jeder für sich einschätzen). Peter Haisenko ist nicht schlecht, Vera Lengsfeld auch nicht. NUR ein Manko hat das alles – mit Analysen verändert man nichts! Handeln ist angesagt, nichts anderes hilft!

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    1. Bernhard Meyer

      Aber dazu muss man doch erstmal die Notwendigkeit dafür begreifen! Und der Mainstream tut alles, dass möglichst viele es NICHT begreifen (Walter van Rossum: „Die Tagesshow oder wie man in 15 Minuten die Welt unbegreiflich macht“). Solche Bücher wie Herrn Schreyers versuchen, dem entgegenzuwirken.

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  2. marie

    lieber paul schreyer, wie kann es sein, dass sie die „angst der eliten“ analysieren und gleichzeitig hier beschreiben, wie sie ganz „alltagspraktisch“ ihr unwesen auch mit ihnen persönlich treibt. wollen sie denn von diesen „eliten“ unterstützt und hofiert werden – haben sie gedacht, dass dieser rest an respekt für „andersdenkene“ vielleicht doch noch vorhanden ist???

    gut, dass ihnen die realität diese enttäuschung bereitet = sie ist das ENDE einer täuschung und damit der einzige lohn und trost für die evolution der aufklärung. schon heiner müller wußte, dass genies NICHT in rudeln auftreten. naja, bestenfalls können sie stolz sein und sich sogar freuen, in eine asoziale gesellschaft von den eliten nicht integriert zu werden (brecht beschrieb dies in seinem „baal“ mit der gleichzeitigen warnung, dass es diesem stück an klugheit fehlt).

    scheinbar ist die gesellschaft seit dem nicht weiter gekommen- muß ich dazu sagen, ganz besonders die deutsche mit ihren „tugenden“ von ordnung, sicherheit, militarismus, bürokratie und autoritätshörigkeit in preußischer tradition, die selbst die judenvernichtung ohne jeden spürbaren widerstand „durchorganiseren“ konnte?

    und doch gab es damals widerstand (der nicht in den medien publiziert wurde) und es gibt ihn zu allen zeiten – so natürlich auch heute – doch damals wie heute braucht es dazu m.m.n. auch eine kraft aus dem ausland, weil die verfilzungen der deutsche instanzen ein hochinfektiöses eigenleben führen und die „selbsterhaltungskräfte“ oft nur zum eigenbedarf am leben gehalten werden können.

    ich erlaube mir mal, sie auf ein „saugefährliches“ thema hinzuweisen: „antisemitismus“ als unschlagbares argument >>> jedoch verdreht als totschlagargument einer israelischen politik und als „legalisierung“ ALLER – auch tiefster unmenschlicher – taten als „ewige historische berechtigung“ für die einst begangene unmenschlichkeit – für gegenwart und zukunft der ehemaligen opfer als unkritisierbare täter …
    (die 27mill. toten russen und die getöteten sinti, roma, kommunisten werden als opfer „vergessen“)

    wie clever, paradox und zynisch dieser heute GEGEN jüdisch-humane-intellektuelle menschen und deren traditionen eingesetzt wird – die in isreal eine aggressive realpolitik der regierung kritisieren .

    dazu esther bejarano:
    »Ich habe nicht das Vernichtungslager Auschwitz, das KZ Ravensbrück und den Todesmarsch überlebt, um von sogenannten Antideutschen und Konsorten als ›Antisemitin‹ beschimpft zu werden«,

    aber auch ganz aktuell bei der ruhrtriennale :
    Offener Brief im Guardian: Fehlentscheidung des Ruhrtriennale-Festivals die Band „Young Fathers“ wegen deren Unterstützung für die Rechte der Palästinenser vom Festival auszuschliessen
    Offener Brief: http://bit.do/eoj9w

    Vergiftetes Erbe. Mein Großvater wurde zum Juden und ich zur Antisemitin erklärt. – von Linda Benedikt (Rubikon)

    https://weltnetz.tv/story/1360-susann-witt-stahl-juedischer-selbsthass

    es gibt viel zu tun – sie sind nicht allein

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    1. Paul Schreyer Autor

      Zu Ihrer Frage: „wollen sie denn von diesen ‚eliten‘ unterstützt und hofiert werden – haben sie gedacht, dass dieser rest an respekt für ‚andersdenkene‘ vielleicht doch noch vorhanden ist???“

      Der Mainstream ist ja kein Monolith, genau so wenig wie die Eliten. Es gibt nach meiner Beobachtung überall kritische, wache und aufgeschlossene Menschen, auch wenn sie im Mainstream eher selten Karriere machen. Mein Buch wurde, ich schrieb das schon, letztlich auch im Literarischen Quartett des ZDF empfohlen, etablierter geht es ja kaum. 🙂

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