Geldschöpfung und Gemeinwohl

9. November 2018   —   In dieser Woche war ich ins österreichische Vorarlberg eingeladen, um einen Vortrag zu meinem Buch „Wer regiert das Geld?“ zu halten. Zuvor hatte ich Gelegenheit, beim regionalen ORF Landesstudio ein längeres Interview zum Thema zu geben. Die Sendung erwies sich als Glücksfall: Moderator und Programmchef Matthias Neustädter war hervorragend vorbereitet und hatte im Vorfeld Stellungnahmen von etablierten Bankern eingeholt, so vom Sprecher der österreichischen Nationalbank und vom Chef der Raiffeisen-Landesbank Vorarlberg. So gelang etwas, was eigentlich selbstverständlich sein sollte, aber dennoch kaum passiert: kritische Ansichten zum Geldsystem den Einschätzungen von Mainstream-Bankern direkt gegenüberzustellen.

Außerdem zu Wort in der Sendung kam Michael Zorn, ein ehemaliger Banker, der sich heute als Regionalkoordinator der Genossenschaft für Gemeinwohl für die Gründung einer „Bank für Gemeinwohl“ einsetzt, und der die Verbreitung des VTalers, einer Regionalwährung für Vorarlberg, aktiv unterstützt. Im schönen Rheintal südlich des Bodensees tut sich einiges. Die Widerstände allerdings sind groß: Im Juni 2018 lehnte die österreichische Finanzaufsicht den Antrag der Gemeinwohl-Genossenschaft auf eine Banklizenz ab.

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Ein Gedanke zu „Geldschöpfung und Gemeinwohl

  1. marie

    schon lange beobachte ich in österreich eine wesentlich sozialere toleranz – in den medien und auch der gesellschaft … jedoch wird aus deutscher sicht vorrangig der politische rechtsruck thematisiert … das ist für mich verwirrend, weil schon allein die altersarmut durch eine wesentlich höhere rente fast nicht vorhanden ist – viele produktionen (roger willemsen) in österreich gezeigt werden MUSSTEN, weil dies in d nicht „erlaubt“ war … zumindest behaupte ich, dass es dort diesen einheits-mitte-ms-brei NICHT gibt, der im intellektuellen-kulturpolitische bereich in d als erstrebenswert – genau wie lauwarme fußbäder – gepredigt wird.

    ich komme zu der überzeugung, dass vielleicht die gemütliche+konservative folklore auch genug raum für oppositionelle avantgarde zuläßt: bernhard, jelinek usw. dürfen gegenentwürfe in den raum werfen, über die heftig diskutiert werden darf, ohne dass ein erkennbarer mob bzw. eine kampagne sie zerstören will >>> für mich ein zeichen, wie konservative und progressive pole eine lebendigkeit erzeugen … ohne die extremistischen narrative, die eher ideologische taktiken sind und in ihrer konsequenz jeden naturfreund mit heimatbezug zum nazi machen können

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