Die Antisemitismus-Falle: Wie ein Begriff manipuliert und entwertet wird

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25. Juni 2019   —   Lanciert von der ZEIT-Stiftung und unterstützt unter anderem von der Bundeszentrale für politische Bildung ist am 12. Juni eine neue Webseite vorgestellt worden, auf der über Antisemitismus im Alltag aufgeklärt werden soll. Präsentiert werden dort Aussagen, die den Machern zufolge „offen oder versteckt antisemitisch“ sind, sowie Argumente, mit denen solchen Äußerungen begegnet werden kann. Der Ansatz erscheint löblich, doch schaut man genauer hin, stellen sich Fragen – die letztlich zum Kern des deutsch-israelischen Verhältnisses führen. Weiterlesen bei den NachDenkSeiten

Bild: Bundeskanzlerin Angela Merkel und der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bei den deutsch-israelischen Regierungskonsultationen am 25. Februar 2014 (Foto: Bundesregierung/Kugler)

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8 Gedanken zu „Die Antisemitismus-Falle: Wie ein Begriff manipuliert und entwertet wird

  1. gunst01

    Der jüdische Glaube benötigt, wie jeder andere auch, die äußere Bedrohung. Je stärker die ist, um so besser der Zusammenhalt. Die jüdische Geschichte zeigt ja eine Fülle von Bedrohungslegenden, bis in die Gegenwart.

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    1. Paul Schreyer Autor

      Ich denke nicht, dass ein Glaube einer äußeren Bedrohung bedarf, auch nicht der jüdische. Zudem zeigt die jüdische Geschichte vor allem eine Fülle realer Bedrohungen. Es geht bei dieser Debatte auch nicht um den jüdischen Glauben, sondern um dessen Instrumentalisierung durch politische Extremisten.

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  2. marie

    “ … Das Erbe dieses „faulen Deals“ wirkt bis heute nach, vergiftet die Debatte und hat in Deutschland zu einem regierungsoffiziellen Kampf gegen den Antisemitismus geführt, der gegenwärtige Realitäten wie eben die reale Rassendiskriminierung und die reaktionär-nationalistische Agenda der israelischen Regierung weitgehend ausblendet.“

    ganz besonders dieser satz von ihnen trifft ins schwarze – wobei der gesamte konflikt wirklich in allen aspekten hochkompliziert ist und damit eine „wunderbare“ vorlage – ganz besonders bei selektivem umgang damit aus unterschiedlichen perspektiven – zu einem permanenten und ständig neu anheizbaren konflikt instrumentalisierbar ist.

    israel hat sich seinen schmerz (schmerzensgeld?) materiell entschädigen lassen … jedoch sind die grausamen taten von nazi-deutschland nicht mit geld gut zu machen – das wissen alle – doch an dieser stelle offiziell und scheinbar die deutsch-israelischen konflikte „geklärt“ – jedoch gab und gibt es nicht nur israelische juden – wie es nicht nur deutsche christen gibt … also jede religionsfreiheit von einem territorium unabhängig möglich ist … genauso wie jede ideologie von extrem links bis extrem rechts. und ja, es gibt auch meinungen, die JEDEN deutschen zum nazi machen … also speziell zum antisemiten.

    >>>“ Beim Zentrum für Antisemitismusforschung hat man einen Schwerpunkt auf die „Vorurteilsforschung“ gelegt …
    Während es für die meisten Antisemitismusforscher nur ein einziges tragendes Motiv gibt, sich mit Antisemitismus zu beschäftigen, nämlich ihm Widerstand entgegenzusetzen, scheint das Forschen des ZfA einem anderen Ziel zu dienen: Es will dem deutschen Antisemitismusdiskurs seinen historischen Stachel ziehen.

    …auch er wusste, dass Antisemitismus niemals jüdischem Verhalten, sondern, wenn überhaupt, einer völlig verzerrten Wahrnehmung dieses Verhaltens entspringt.“

    http://www.matthiaskuentzel.de/contents/abgestuerzt-ueber-den-zustand-der-antisemitismusforschung-in-deutschland

    der polemische widerspruch klingt etwa so:

    „Der renommierte Antisemitismusforscher wolle nicht, dass Frau Müller Herrn Maier als Antisemiten denunziere. In seiner Welt sind also nicht die Opfer von Antisemitismus und eine Gesellschaft alarmierend, in der Hass auf Minderheiten wächst. Beklagenswert sind für Benz die Täter, die vor dem Vorwurf des Antisemitismus geschützt werden müssen.“
    https://www.juedische-allgemeine.de/politik/wenn-aus-taetern-opfern-werden/

    fazit: alle definitionen werden moralisch instrumentalisiert – die „wissenschaftlichen methoden“ widersprechen den mindestanforderung von wissenschaftlichkeit … wie kann einer rassistischen realität speziell in israel durch massive stärkung von unerwiesenen vorurteilens-forschungen – speziell in deutschland nur entgegengesetzt werden – und dies in dem glauben/der behauptung auch nur irgendetwas „gutes“ oder sinnvolles zu tun?

    ^^ sollte sich die „ganze welt“ gegen rassismus stellen (wie in südafrika – so auch in israel) … hmm … zu welcher analyse kämen dann die antisemitismus-forscher? … etwa, dass es in nazi-deutschland einen strukturellen antisemitismus gab – jedoch jede menge der strukturverantwortlichen ungestraft sogenannte neue strukturen einer demokratie aufbauen und leiten durften … und genau sowas der heuchelei den allerbesten boden bereitet >>> also pure heuchel-strukturen denen denunziation als methode bestens vertraut ist?

    dieser art von praktizierter „demokratie“ folgt natürlich deren zersetzung in der gesellschaft, denn vertrauensbildendes verständnis wird durch die gegenwärtigen politischen strukturen unmöglich gemacht – die zerstörer sitzen jedoch in einer völlig medial unreflektierten an den schalthebeln und schreien jetzt neue feindbilder heraus, weil sie unfähig sind ihre eigenen handlungen selbst zu reflektieren … kriegsbeteiligung, hartz4, ausplündern durch die treuhand, bürgerbeschimpfungen mit „pöbel und staastfeind“, bildungs- und pflege-notstand, zunehmende armut … alles nicht ihr problem … aber die friedensaktivisten, die israel kritisieren müssen forschung und medien und politik auf hochtouren laufen lassen …

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  3. Paul Schreyer Autor

    Einen weiteren, sehr empfehlenswerten Artikel zum Thema hat gestern Rolf Verleger, ehemaliger Vorsitzender des Landesverbands Jüdische Gemeinschaft Schleswig-Holstein, veröffentlicht:

    https://diefreiheitsliebe.de/politik/antisemitismusbeauftragte-foerdern-antisemitismus/

    Insbesondere viele geschichtliche Zusammenhänge werden dort verständlich erklärt, aber auch die Situation heute. Sehr aufschlussreich ist dieses Zitat aus dem Text:

    „So schrieb Winston Churchill 1920: Die Juden hätten der Welt das Beste gegeben – das Christentum – und gäben ihr nun das Schlechteste – den Bolschewis­mus. Man müsse diese Gefahr be­kämpfen, indem man im Judentum die Neigung zum Sozi­alismus durch einen gesunden Nationalismus erset­ze – den Zionismus.“

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  4. marie

    ich weiß nicht, ob „idenditätspolitik“ im weitesten sinne zur selbstbestimmung bzw. fremddefinition paßt, denn „politisch korrekt“ kann ich ja mein GESCHLECHT selbst nach meiner empfindungslage bestimmen – meine klare anti-rassistischte haltung kann jedoch „??genauso??“ als purer trick und raffinierte verschleierung gedeutet werden (durch „politisch-korrekte wissenschaft“)?

    das video zeigt aus meiner sicht sehr gut, was es mit der ganzen theorie-gläubigkeit auf sich hat, wenn man diese für praktikabel sinnvoll hält und ihnen folgt konsequent (was ja die wissenschaft ausmacht) folgt

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  5. J.Heegmann

    Früher musste man Juden hassen, um als Antisemit zu gelten. Heute reicht es, von Juden gehasst zu werden, um Antisemit zu sein …

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