Trends 2019: Die Landtagswahlen in absoluten Zahlen

Wooden puzzle pieces (Holz-Puzzle)

2. September 2019   —   Wie schon in der Vergangenheit, so lohnt auch bei den Landtagswahlen vom Sonntag in Sachsen und Brandenburg der Blick auf die absoluten Wählerzahlen. In den Medien werden diese Zahlen nur selten berichtet, wodurch manche Trends unbeachtet bleiben.

1. Die CDU ist in Sachsen stärker, als es den Anschein hat

In Sachsen haben nicht nur AfD und Grüne zugelegt, sondern auch die CDU. Gegenüber 2014 konnte sie 50.000 Wähler dazu gewinnen und kommt damit nun auf 695.000 Stimmen. Das sie dennoch als Verlierer verbucht wird, liegt an der stark gestiegenen Wahlbeteiligung, von der sie nicht annähernd im gleichen Maße profitieren konnte wie die AfD.

2. Die AfD spricht mehr Nichtwähler an, als alle anderen Parteien

In Sachsen gingen 600.000 Bürger mehr zur Wahl als 2014 (Brandenburg: 200.000). Von diesen neuen Wählern konnte die AfD einen vergleichsweise riesigen Anteil von 41 % für sich gewinnen (Brandenburg: 36 %). Keine andere Partei war bei den Nichtwählern derart erfolgreich. Die Linke konnte aus dieser Wählergruppe nur 6 % überzeugen (Brandenburg: 8 %).

3. Die AfD fällt in Sachsen dennoch zurück

Gegenüber der Bundestagswahl von 2017 fällt die AfD in Sachsen trotzdem zurück. Konnte sie damals noch 670.000 Stimmen gewinnen und stärkste Partei werden, so sind es diesmal nur noch 596.000. Die CDU ist wieder auf Platz 1.

4. Mehr Mitbestimmung

Die massiv gestiegene Wahlbeteiligung (in Sachsen von 49 auf 67 %, in Brandenburg von 48 auf 61 Prozent) ist einer der Haupttrends dieser Wahl. Von dem Wunsch nach Mitbestimmung profitiert derzeit fast nur die AfD.

5. Das wachsende Thema Tierschutz

Die kleine Tierschutzpartei erlebt auf weitaus niedrigerem Niveau einen erstaunlichen Erfolg. In Sachsen verdoppelte sie ihre Stimmen und kommt nun auf 33.000 Wähler. In Brandenburg hat sie ähnlichen Erfolg. Allerdings fällt sie unter die Fünf-Prozent-Hürde. Das ist auch deshalb relevant, weil in beiden Bundesländern nur etwa 15.000 Stimmen für einen Sitz im Landtag benötigt werden. Das heißt, ohne die (fragwürdige) Fünf-Prozent-Hürde wäre die Tierschutzpartei in Sachsen und in Brandenburg mit jeweils zwei Abgeordneten im Landtag vertreten – was durchaus einen Unterschied machen könnte, wenn Koalitionsmehrheiten knapp sind.

Quellen:

Wahlergebnis Sachsen
Wahlergebnis Brandenburg
Wählerwanderung Sachsen
Wählerwanderung Brandenburg

Foto: Marco Verch / CC BY 2.0

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