„Wir sind unempfindlich geworden“

11. Dezember 2019   —   Ein sehr sehenswertes Gespräch mit Dirk Pohlmann – kontrovers, konstruktiv, erhellend:

7 Gedanken zu „„Wir sind unempfindlich geworden“

  1. Claus Meyer

    Alle Menschen könnten in einem einfachen Wohlstand leben. Voraussetzung dabei ist, sinnvoll mit Geld umgehen zu können. Die MMT-Bewegung (Modern Monetary Theory) könnte hier den Weg zeigen. Demnach muss es allein dem „Souverain“ erlaubt sein, Geld zu schöpfen. Das Volk als Souverain bestimmt durch direkte Wahl seine Vertreter für den Umgang damit. Sie treffen nur dem eigenen Gewissen folgend ihre Entscheidung. (Parteien fördern nur das Machtdenken, die direkte Demokratie ist somit Voraussetzung).

    Bei den anstehenden öffentlichen Aufgaben wird das dafür notwendige Geld immer vom Souverain zur Verfügung gestellt, daran darf im Gegensatz zu heute keine Ausführung scheitern. Geld muss ein Hilfsmittel sein und nie als Bremse oder Erpressung wirken. Zur Vermeidung von Fehlentwicklungen sollten alle Geldbewegungen öffentlich gemacht werden. Folgen von Fehlentscheidungen hat dann der Souverain sich selbst zuzuschreiben. Alles so entstandene Geld muss nicht zurückzahlt werden. Über Steuern finden die erforderlichen Geldabschöpfungen statt, das Geld fließt nicht zurück in den Haushalt. Welche Vereinfachung bei der Verwaltung. Damit kann die gesamte Geldmenge den gerade anstehenden öffentlichen Anforderungen angepasst werden. Fehlende Zinsen machen solch ein System stabil.

    Eine weitere Unterstützung des allgemeinen Wohlstands wäre das bedingungslose Grundeinkommen. Die Frage, woher das Geld kommt, braucht nicht mehr gestellt werden. Mit dem Grundeinkommen werden Arbeitskämpfe überflüssig. Wenn dann Aktiengesellschaften auch noch durch Genossenschaften ersetzt werden und die Mitarbeiter Anteile an der Firma halten, dann würde Geld in ein anderes Denkmuster fallen und Menschen sich einem Wohlstand für alle nähern können. Riesige Geldmengen in einer Hand sind immer schädlich.

    Probleme wie gerade die Klimakrise wären lösbar, da nie das Geld der Grund einer Nichtausführbarkeit wäre. Ein Wirtschaftswachstum wird nicht mehr angestrebt, dagegen eher die gemeinsame Versorgung mit Verbrauchsgütern, die noch in der Nähe erzeugt worden sind. Hier ist eine große Energieeinsparung zu erzielen. Die Schaffung von mehr Arbeitsplätzen zur Erhöhung des Umsatzes hätte seinen Sinn verloren. Wichtig ist dann, dass die Versorgung aller unter geringster Nutzung von Natur und Erde geschieht. Das sollte die bevorzugte Aufgabe werden.

    Es wird nicht mehr um Wirtschaftswachstum gehen, nicht mehr um Schaffung von Arbeitsplätzen, vielmehr steht das Familienleben dann wieder im Vordergrund. Das Miteinander hat dann wieder Vorrang gegenüber Beruf und Einkommen, und solcher Wohlstand ist sicher viel höher zu bewerten. Die Pflege und die gegenseitige Hilfe von Jung und Alt gehört in die Familie und stärkt auch das Zusammenleben und stärkt sicher auch den Umgang miteinander. Es bleibt dann viel mehr Zeit für Bildung und Ausbildung. Das scheint wichtig, um wieder den Kontakt zur Natur zu festigen.

    Dadurch sollte so viel Vernunft eingekehrt sein, dass Kriege und auch die Herstellung von Kriegswaffen ein Ende finden. So etwas kann sich die Menschheit nicht mehr leisten, wenn für ihr Überleben noch eine Chance bleiben soll.

    In welches sonderbare Denken von Fortschritt und immer mehr Technik haben wir uns begeben. Dieses neue Denken muss erst vielen klar werden. Wir sollten uns von dem heutigen Umgang mit Geld schnellstens verabschieden, sonst scheint die Zukunft rettungslos verloren.

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  2. cassiel

    Ich fasse mal meine Kritikpunkte zusammen (ja, ich habe bis zum Ende durchgehalten, trotz TLDR)
    1. es kommt alles zu spät. Die globale Titanic ist auf Kollisionkurs und der Bremsweg ist schon viel zu lang um den Untergang zu verhindern. Im Gegenteil: wir geben global noch mal richtig Gas (CO2). Auch jeder Systemwechsel – gleich wie gut oder wie schlecht – wird, wenn überhaupt, zu spät kommen.
    2. bei der Sache mit der außerirdischen Intelligenz wird leider nicht beachtet, dass die Distanzen im Universum riesig sind und die maximale Signalgeschwindigkeit die Lichtgeschwindigkeit ist.
    3. die Triebfeder des Kapitalismus ist die unkontrollierte Reproduktionsbiologie der Frau und die Männer, die testosteronvergiftet nach dieser Pfeife tanzen. Wie im Märchen vom Fischer und seiner Frau. Zu viel ist nicht genug!
    4. Ich bin mir sicher, dass auch die bereits gescheiterten Zivilisationen Bescheid wussten. Der Mensch, der den letzten Baum auf der Osterinsel fällte, wusste, dass keiner mehr nachwachsen wird. Und er hat es trotzdem getan. Das Problem ist, dass unser Handeln sich nicht nach dem Bewußtsein, sondern nach den unbewußten Emotionen und reproduktionsbiologischen Trieben richtet. In dem Sinne wissen wir heute zwar heute auch Bescheid, aber unser Handeln richtet sich weiter nur nach Emotionen und Trieben.
    5. Herrschaft und das Problem damit kam mit dem Ackerbau und der Seßhaftigkeit in die Welt. Das war vor 10.000 Jahren. Zwei Millionen Jahre moderne Menschheit davor lebten wir als gleich unter gleichen. Und deshalb ist ein egalitäres System wie echte (direkte) Demokratie unserer Natur viel näher. Dass wir Herrschaft akzeptieren, beruht im wesentlichen auf Angst. Und dann setzt der Verstand komplett aus und totale Lähmung setzt ein. Wo wir wieder beim Problem der Emotionen sind, die die Menschheit in ihrer Breite nicht verstanden hat, obwohl man es verstehen könnte. Unsere Emotionen sind wichtig und sie sind so, weil sie in der Vergangenheit zum Überleben wichtig und hilfreich waren. Nur eben auf die Spitze getrieben und missbraucht wenden sie sich gegen uns.
    6. Wasserstoff ist aufgrund seiner Ineffizienz und Zementierung der großkapitalistischen Energiestrukturen nicht als effektive, demokratische Energieversorgung geeignet. Ein Elektroauto kann jeder mit der PV-Anlage vom Dach laden. Bei Wasserstoff geht das nicht.
    7. Echte (direkte) Demokratie ist erprobt und funktioniert – wenn man es richtig und vor allem demokratisch macht.
    8. An der pädagogischen Integration des bewußten Wissens darüber, wie unsere Emotionen funktionieren und wie wir deren negative Auswirkungen durch bewußtes Handeln eindämmen (nicht ignorieren), führt kein Weg vorbei. Aufklärungsunterricht in diesem Sinne findet an unseren Schulen nicht statt – mit allen zivilisatorisch negativen Konsequenzen.
    9. Die Zeit für Experimente haben wir nicht mehr. Große gesellschaftliche Diskussionen nützen nichts, wenn es für die Gesellschaft realpolitisch nichts zu entscheiden gibt. Es ist längst klar, was getan werden müsste und dass es ohne drastischen Verzicht und Abschied von unserer Konsum- und Wohlstandsbesoffenheit nicht geht. Da das aber in absehbarer Zeit nicht passiert, sind die allerschlimmsten Folgen des Klimawandels nicht mehr zu verhindern.

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  3. pol. Hans Emik-Wurst

    Sind Ken Jebsen und Dirk Pohlmann unempfindlich geworden? Wer soll „wir“ sein? Ich habe grundsätzlich etwas gegen einen Duktus aus Zirkelschlüssen. Nur beim Tanzen ist es schön, sich im Kreis zu drehen! Der Freiraum zwischen Tellerrand und Horizont ist nur ein Teil meiner Wirklichkeit.

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  4. Artushof

    Konsum und Wohlstand haben eine Zukunft, wenn langfristige Kritik weniger Raum einnimmt und die direkte Demokratie manifestiert wird. Kritik ist meist der Spielball, der von festgeklammerten Strukturen unter das Volk getreten wird.
    Die Lähmungen der festgefahrenen Strukturen verhindern die möglichen Veränderungen, den Deutschen oder anderen Nationen braucht man nicht im großen Stil etwas „wegzunehmen“. Die wirklichen Stellschrauben sind durch die direkte Demokratie in vielen Teilbereichen möglich, ohne hoheitliche Aufgaben des Staates zu schwächen oder in Frage zu stellen.
    Die „echte individuelle Arbeit“ des einzelnen ist zu beachten und nicht die Umverteilung durch linke weltzerstörende Ideologien.

    Vorwärts geht es nur, wenn gemeinsam ein Ziel fixiert wird.

    HG

    Artushof

    Nec Temere – Nec Timide

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  5. rto3

    Das Problem von Demokratie ist κράτος krátos „Gewalt“, „Macht“, „Herrschaft“. Dirk hat das kurz angerissen. δῆμος dēmos „Staatsvolk“ sind die Wahlbürger, nicht „das Volk“. Dies gibt es genau so wenig, wie „den Menschen“ oder „die Politik“. Der einzig denkbare Weg ist ein Friedenspfad.
    Kleine Pilotprojekte in mindestens 3 Varianten mit anarchischen Strukturen eines anderen Systems sind vorstellbar. „HUMANAKRATIE“ wäre ein neuer, nicht schon diskriminierter Name für die Regierungsform mit Human Connection als Medien-Plattform.
    Ein genossenschaftliches Wirtschaftssystem (Raiffeisen) mit Geld ohne Zins, Grundeinkommen der Genossen in Regionalgeld, Arbeitsvermögen der Genossen als Wertanker für lebenslangen Kredit, gerechtem Lohn als Valuta für den Übergang zur Transformation und UN-Geld zur gerechten globalen Verwaltung&Verteilung natürlicher Ressourcen als wichtigster Teil der Produktionsmittel bei ökologisch nachhaltig sparsamster Verwendung kann konkrete Utopie werden.
    Be Kenntnis der neurophysiolischen Randbedingungen der humanen informationellen Einheit von Körpe-Geist-Seele sind 3 Generationen Vorbereitung und 17 Generationen Erprobung der System-Transformation eher zu kurz gegriffen.
    Wenn wir den Schritt/Sprung hinauf auf den Friedensweg bis 2030 schaffen (2001-2010 UN-Dekade „Für eine Kultur des Friedens … “ 2021 – 30 wiederholen!), bis 2050 den Pfad zur Peace Street ausbauen, damit wir schneller vorankommen, schenkt uns das womöglich den Bremsweg, um vor den Points of No Return zu stoppen. Dann müssen wir ein ganzes Stück zurück.
    „Die Mühen der Ebene … “ (BB).
    „Friedensregion Ostsee“ als Wirtschaftsverbund Dänemark&Norddeutschland inkl. Berlin/Brandenburg&Finnland&Schweden analog „Friedensreion Bodensee“ mit internat. Regionalgeld „Kranichtaler“ zur Vorbereitung der Ostsee-Länder auf steigende Meeresspiegel wäre ein ganz großes Pilot-Projekt, aber auch mit großer Dringlichkeit. Packen wir´s an! rto.200115
    Könntest Du Dirk und Mathias eine Kopie zukommen lassen, Paul? Demnächst weiter bei HC.

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