Archiv des Autors: Paul Schreyer

Multipolar ist gestartet!

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22. Januar 2020   —   Heute Abend ist Multipolar, das neue Online-Magazin von Stefan Korinth, Ulrich Teusch und mir, gestartet. Es war eine aufwändige Planung und Vorbereitung, ermöglicht durch den Vertrauens- und Finanzvorschuss unserer Leser, die im vergangenen Jahr unser Crowdfunding unterstützt und außerdem feste Abonnements abgeschlossen haben. Bislang sind es etwas über 400 Abonnenten aus zehn Ländern, was uns sehr freut!

Sie finden uns fortan unter https://multipolar-magazin.de/. Weiterlesen

Muster von Konformismus

Hart aber fair 2019-02-25

10. November 2019   —   Dem Modewort „Digitalisierung“ kann man kaum noch entkommen. Jeder, der in den Medien auf sich hält, spricht über die zunehmende Computersteuerung der Gesellschaft. Der Soziologe Armin Nassehi hat nun ein Buch zu diesem Thema vorgelegt. „Muster – Theorie der digitalen Gesellschaft“ lautet der Titel und verspricht eine tiefergehende Klärung des Phänomens. Weiterlesen

Eine Zensur findet statt

Hauptstadtparty DER SPIEGEL

23. Oktober 2019   —   Zum Thema Medienkritik, so scheint es, ist mittlerweile alles gesagt. Zahllose Artikel und Analysen wurden verfasst, mehrere Bücher geschrieben – angefangen von Ulrich Teuschs „Lückenpresse“ über Uwe Krügers „Mainstream“ bis hin zum aktuellen Bestseller „Tausend Zeilen Lüge“ des Spiegel-Autors Juan Moreno, der den Relotius-Skandal enthüllte. Jeder, der daran interessiert ist, kennt inzwischen die Zusammenhänge und die Hintergründe. Oder doch nicht? Weiterlesen

Die Afghanistan-Pipeline

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30. September 2019   —   Am vergangenen Wochenende fanden in Afghanistan Präsidentschaftswahlen statt, an denen allerdings bloß 20 Prozent der registrierten Wähler teilnahmen. Die politische Lage ist weiterhin so instabil wie seit Jahrzehnten. Abseits der Wahlen bleiben die Taliban ein bestimmender Faktor im Land, jüngst brach Donald Trump direkte Verhandlungen mit ihnen ab. Den folgenden Text, der die Vorgeschichte des Angriffs der USA und der Nato auf Afghanistan schildert, schrieb ich vor 15 Jahren, im Herbst 2004. Es war meine überhaupt erste journalistische Arbeit, entstanden und veröffentlicht damals im Rahmen eines Buchprojektes – eines Romans über 9/11, der auch einen 80-seitigen Faktenanhang enthielt. Das Buch ist lange vergriffen, der vorliegende Text aber, so scheint mir, weiterhin aktuell. Die Pipeline, um die es darin geht, wird derzeit gebaut. Weiterlesen

Snowden und das Prinzip Hoffnung

Snowden

19. September 2019   —   Edward Snowden hat in dieser Woche seine Autobiographie veröffentlicht. Das Buch erschien gleichzeitig in Englisch, Spanisch, Französisch, Deutsch, Italienisch und weiteren Sprachen und ist heute, nach zwei Tagen, bereits ein internationaler Bestseller.

Der 36-jährige schildert darin sein Leben von der Kindheit bis zu seinen Enthüllungen und der Ankunft in Moskau im Jahr 2013. Snowdens Geschichte ist der Bericht einer persönlichen Wandlung, vom überzeugten Staatsdiener zum Warner vor unkontrollierter Macht. Diese Wandlung und ihr Effekt auf die Weltöffentlichkeit erscheinen rückblickend so unwahrscheinlich, dass sie zum Symbol einer Hoffnung geworden sind, die weit über sein persönliches Leben hinausreicht. Weiterlesen

Michael Hudson: „Das Projekt der Aufklärung wird begraben“

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9. September 2019   —   Michael Hudsons Buch „Der Sektor – Warum die globale Finanzwirtschaft uns zerstört“ steht schon seit mehreren Jahren auf meiner Leseliste. Als im August der WDR bei mir anfragte, ob ich im Rahmen einer Büchersendung über die kürzlich erschienene Taschenbuchausgabe des 600-Seiten-Opus sprechen wolle, sagte ich daher gern zu und holte die Lektüre umgehend nach. Das hat sich gelohnt. Das Werk des mittlerweile 80 Jahre alten amerikanischen Ökonomen, der selbst eine Art Legende ist (Patensohn Trotzkis, Ex-Wall-Street-Banker, Kapitalismuskritiker), besticht durch klare Logik und verständliche Schilderung. Weiterlesen

Weltherrschaft: Das „Great Game“

Mackinder

4. September 2019   —   Vorbemerkung: Der folgende Text, geschrieben im Juni 2014, stammt aus dem Buch „Wir sind die Guten“, verfasst von Mathias Bröckers und mir, erschienen zuletzt in einer Neuausgabe in diesem Jahr. Bislang gab es diesen Essay nur in Buchform, heute hat ihn das Magazin Rubikon veröffentlicht. Es geht darin um die für das Verständnis des Ukrainekonflikts notwendigen Grundsätze der Geopolitik, wie sie der britische Geograph Halford Mackinder in seinem Aufsatz „Der geographische Angelpunkt der Geschichte“ bereits im Jahr 1904 verfasste. Aus diesem Aufsatz ist auch die oben abgebildete Karte entnommen. Sie zeigt das „Herzland“, das Mackinder als entscheidend für eine Kontrolle der „Weltinsel“ ansah. Es umfasst neben Russland unter anderem auch den Iran. Weiterlesen