Archiv der Kategorie: Allgemein

Der fehlende Part: Die Angst der Eliten

19. April 2018   —   RT Deutsch gilt vielen Mainstreammedien als übler Propagandakanal des Kremls – unseriös, betrügerisch, manipulativ. Dabei häufen sich gerade in jüngster Zeit die Beispiele dafür, dass der deutsche Ableger des Moskauer Staatssenders objektiver und verlässlicher berichtet als ARD & Co. Auch in der Bundespressekonferenz sind es mittlerweile oft Journalisten von RT, die der Regierung genau die kritischen Fragen stellen, die seinem Auftrag nach eigentlich der öffentlich-rechtliche Rundfunk stellen sollte.

Als RT-Moderatorin Jasmin Kosubek mich diese Woche zum Interview in ihre Sendung „Der fehlende Part“ einlud, habe ich gern zugesagt. Nicht weil ich ein unkritischer Anhänger von Staatsmedien wäre – im Gegenteil -, sondern weil ich die Art medialer Ausgrenzung, mit der Kanäle wie RT Deutsch behandelt werden, für eine unerträgliche Doppelmoral halte. Was „staatsnah“ und „Regierungslinie“ ist, das weiß man gerade hierzulande in vielen großen Medien sehr genau. Im Gespräch geht es unter anderem um Völkerrechtsbrüche, Demokratie und mein neues Buch „Die Angst der Eliten“:

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Vorsicht, Querfront!

FriedensflaggenVorbemerkung: Dieser Text ist ein Vorabdruck aus meinem neuen Buch „Die Angst der Eliten“ und erschien im Magazin Rubikon. Weitere diese Woche per Vorabdruck erschienene Buchkapitel finden sich bei Telepolis und auf dem Blog von Norbert Häring. Das Buch selbst gibt es überall im Buchhandel oder direkt beim Verlag.

8. April 2018   —   Wo immer eine große parteiübergreifende Debatte zu Krieg, Kapitalismus und Gerechtigkeit doch einmal in Gang kommt, da lauert der Querfront-Vorwurf, also die Beschuldigung, Linke würden mit Rechten paktieren und damit rechtes Gedankengut salonfähig machen. Immer wieder wird in linken Kreisen nahegelegt, eine kritische Beschäftigung mit dem Geldsystem oder mit Machteliten sei »strukturell rechts« oder bediene gar »antisemitische Denkmuster« (1). Weiterlesen

Die Angst der Eliten – Wer fürchtet die Demokratie?

Cover Angst5. April 2018   —   In dieser Woche ist mein neues Buch erschienen. Es knüpft dort an, wo mein Letztes endete – beim Zustand der Demokratie, deren Fassadenhaftigkeit Jahr für Jahr immer schärfer zutage tritt. Jüngst hat eine Studie im Auftrag der Bundesregierung diese „Krise der Repräsentation“ erstmals zweifelsfrei und wissenschaftlich sauber nachweisen können. Mit dieser Studie (und dem Zensurgerangel des Kanzleramts darum) beginne ich mein Buch. Das Kapitel ist kostenlos zu lesen in einem Vorabdruck bei Telepolis.

Der Fokus des Buches ist komplex. Es geht zum Einen um „Populismus“, „Hate Speech“ und „Querfront“ als politische Kampfbegriffe, also um die aufwändigen (und auffälligen) sprachlichen Schutzbemühungen der etablierten Eliten. Außerdem schreibe ich über das Für und Wider beim Thema Volksabstimmungen, und beleuchte insbesondere die spannende (und kurze) deutsche Historie direkter Demokratie in den 1920er Jahren sowie die Debatten zum Thema bei der Diskussion des Grundgesetzes in den späten 1940er Jahren. Hieraus lässt sich einiges für unsere heutige Zeit lernen, so hoffe ich zumindest.

Weitere Schwerpunkte, denen sich einzelne Kapitel widmen, sind das politische Stiftungswirken von Milliardären, das Phänomen Tiefenstaat sowie, zum Ende des Buches, das eigentliche Grundgesetz unserer Rechtsordnung: Der Schutz des Eigentums.

Das Buch wird heute in Rostock vorgestellt, außerdem interviewt mich heute der RBB dazu. Es ist überall im Buchhandel erhältlich oder direkt beim Verlag. Ich wünsche allen Interessierten eine aufschlussreiche Lektüre – mich persönlich hat die Recherche viel Neues gelehrt -, und möchte mich an dieser Stelle auch bei den Lesern dieses Blogs bedanken, die durch ihre oft klugen Kommentare viel zu einer ernsthaften und respektvollen Debatte beitragen, die wir vielleicht nötiger haben, als alles sonst!

Update: Norbert Häring hat heute mit meiner Zustimmung das zweite Buchkapitel „Die Wahrheit über den Populismus“ als Leseprobe auf seinem Blog veröffentlicht.

Postfaktische Zustände bei der ARD

ARD

23. März 2018   —   Nachdem ich in dieser Woche den Artikel „ARD im Tiefschlaf: Das seltsame Desinteresse an einer Aufklärung der Maidan-Morde“ veröffentlichte und das auch auf Twitter bekannt machte, nahm dort zunächst die ARD-Faktenfinder-Redakteurin Silvia Stöber ausführlich Stellung. Daraus entwickelte sich eine Diskussion, an der sich schließlich auch die ARD-Moskau-Korrespondenten Udo Lielischkies und Golineh Atai mit teils haarsträubenden Aussagen beteiligten. Unter diesem Eindruck schrieb der Kollege Stefan Korinth nun eine Analyse, die ich dringend zur Lektüre empfehle. Man darf diese, nennen wir es beim Namen, „journalistische Verwahrlosung“ – Parteilichkeit, Hetze, Überheblichkeit, Weglassen von „Unpassendem“ – nicht mehr länger widerspruchslos hinnehmen, meine ich. Jeder sollte laut und deutlich sagen, was er davon hält.

Update 24. März: Udo Lielischkies legte heute nach und diskreditierte mir gegenüber auf Twitter die von ARD MONITOR und vielen anderen Kollegen (u.a. von der BBC) recherchierten Fakten zu den Maidan-Morden als „politisch motivierte Fakes“. Man kann das kaum noch seriös kommentieren.