Kritik unerwünscht: Zur Kontroverse mit den NachDenkSeiten

9. Dezember 2017   —   Seit dem Frühjahr 2016 gehöre ich zum Team der NachDenkSeiten. Ich schreibe hin und wieder Artikel für das Portal und stelle einmal die Woche die „Hinweise des Tages“ zusammen, eine Art Presseschau, die jeden Wochentag ein anderer Redakteur betreut und wo das politische Tagesgeschehen kritisch kommentiert wird. Damit ist es nun leider vorbei. Die Redaktion der NachDenkSeiten teilte mir gestern mit, die Zusammenarbeit mit mir zu beenden.

In einer gemeinsamen E-Mail werfen mir Albrecht Müller und Jens Berger vor, „Stimmungsmache“ gegen die NachDenkSeiten zu betreiben, was eine weitere Mitarbeit unmöglich mache. Sie beziehen sich dabei auf meine Stellungnahme zur Löschung und anschließenden Wiedereinstellung eines Artikels von mir.

Konkret ging es in dem Artikel darum, dass die Filiale einer großen Buchhandelskette in meiner Heimatstadt über Wochen hinweg das Regal mit den SPIEGEL-Bestsellern manipulierte, in dem es ein politisch „unliebsames“ Buch hatte verschwinden lassen. Die Redaktion der NachDenkSeiten begründete die Löschung meines Textes seinerzeit damit, ich hätte verschwiegen, dass der Buchautor der AfD nahesteht. Ich hatte diese Löschung im November so kommentiert:

„Wer die Meinungsfreiheit erst dann verteidigt, wenn die eigene Meinung unter Feuer kommt, der wird sie wahrscheinlich verlieren. Die Manipulation der Bestsellerliste, wie vom Spiegel im Sommer diesen Jahres vorgeführt, oder die Manipulation eines Regals in einer Buchhandlung, das die Bestsellerliste abbilden soll, sind Schritte auf dem Weg zur Zensur und teilen mit dieser die illiberale Geisteshaltung. Wenn Linke diese Schritte erst dann kritisieren, wenn linke Bücher solchen ‚Säuberungen‘ zum Opfer fallen, begeben sie sich meiner Ansicht nach auf einen gefährlichen Weg. Darauf wollte ich mit meinem Artikel hinweisen. Weder bin ich ein Anhänger der AfD, noch ein Freund des Buches von Thorsten Schulte oder ihm selbst. Offenbar sind die Polarisierung der Meinungen und der Feindbildaufbau inzwischen allerdings soweit fortgeschritten, dass solche Differenzierungen nicht mehr möglich sind. Das bedaure ich – und ich bedaure es besonders für die NachDenkSeiten. Wo intellektuelle Redlichkeit unter dem ‚Sturm‘ von zehn oder zwanzig kritischen Leserkommentaren die Segel streicht, werden zukünftige Debatten schwer werden.“

Für offenbar dauerhaften Ärger sorgte bei Albrecht Müller und Jens Berger das Infragestellen ihrer intellektuellen Redlichkeit. Die nun verkündete Beendigung der Zusammenarbeit wurde ausdrücklich mit dieser Formulierung in meiner Stellungnahme begründet.

Ich muss an meiner Kritik dennoch festhalten, auch in dieser Schärfe. Zur Erklärung: Auch auf mehrfache Nachfrage hin hat die Redaktion mir bislang nicht mitteilen wollen, ob sie das Verhalten der Buchhandlung, ein Werk aus politischen Gründen nicht ins Bestsellerregal zu stellen, den Platz aber auch nicht, mit einem Hinweis versehen, leer zu lassen, sondern stattdessen – die Bestsellerliste verfälschend und für den Durchschnittskunden nicht erkennbar – ein anderes Buch dort zu platzieren, für richtig hält. Die Redaktion schweigt dazu ganz einfach. Sie lässt es offen. Das geht aber nicht. Man muss, so meine ich, an dieser Stelle klar und deutlich Farbe bekennen. Duldet man eine Zensur, so lange sie „bloß“ den politischen Gegner trifft oder nicht?

In ihrem Kündigungsschreiben unterstellt mir die Redaktion nun, ich hätte mir die Beobachtungen in der Filiale der Buchhandelskette (Hugendubel) in meiner Heimatstadt bloß ausgedacht und beim Buchautor Thorsten Schulte abgeschrieben, der offenbar von weiteren Fällen solcher Zensur schon berichtet hatte (was mir nicht bekannt war und auch nichts an meinen persönlichen Erlebnissen ändert).

Die NachDenkSeiten argumentieren außerdem, man könne hier gar nicht von Zensur sprechen: „Ist es ein Zensurversuch, wenn eine Buchhandlung ein Buch weiter vertreibt, aber die Präsentation auf der Basis der Spiegel-Bestsellerliste nicht mitmacht?“ Dazu schickte ein Leser mir folgende Gegenrede:

„Selbstverständlich ist es Zensur, wenn ich behaupte, in einem Regal die Titel der Bestsellerliste zu präsentieren, aber dabei einen Titel unterschlage und das auch nicht kenntlich mache. Da muss man gar nicht drüber diskutieren. Das ist ein schlichter Fakt und die Haltung der NDS-Redaktion dazu ist empörend.“

Ich stimme dem Leser zu. Mein Vorwurf der Unredlichkeit ergibt sich auch daher.

Nun könnte man zusammenfassen: Gut, eine Kontroverse in einer Redaktion, das kommt vor, nichts Besonderes, gehen wir zur Tagesordnung über. Doch der Streit hat ernste Folgen. Albrecht Müller und Jens Berger ziehen daraus die Konsequenz, mich nach fast zweijähriger fester Zusammenarbeit aus dem Team zu werfen. Das bedeutet für mich konkret den Verlust eines Teiles meines regelmäßigen, planbaren Einkommens. Doch das ist nur der persönliche Aspekt. Es gibt noch andere Folgen. Vor allem haben Müller und Berger deutlich gemacht, dass Kritiker innerhalb der Redaktion sich warm anziehen müssen. So aber fördert man Duckmäuser und keine Journalisten. Und es ist gerade dieser Umgang, der einen gebürtigen DDR-Bürger wie mich sehr an die Vergangenheit erinnert.

Nichtsdestotrotz – oder gerade deswegen – wünsche ich den NachDenkSeiten viel Glück in der Zukunft. Ein großes und einflussreiches linkes Portal bleibt wichtig für die Meinungsvielfalt (!) im Land. Und abseits aller Streitigkeiten sei auch das gesagt: Ich schätze die allermeisten Texte von Albrecht Müller und Jens Berger und würde mir wünschen, dass linke Kräfte in der Zukunft besser zusammenarbeiten. In dem hier vorgeführten autoritären Stil und mit der bloß selektiven Anwendung von Prinzipien wird das aber sicher nichts. Dieser Kurs führt, so glaube ich, auf direktem Weg in die Isolation.

Anmerkung 18. Dezember: Der Radiosender SWR2 sendete am 17.12. einen Beitrag über meine Kontroverse mit den NachDenkSeiten, den man hier nachhören kann.

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108 Gedanken zu „Kritik unerwünscht: Zur Kontroverse mit den NachDenkSeiten

  1. Peter Groß

    Es ist das Dilemma der Linken, hier auch der NDS, sich vorzugsweise selbst zu zerfleischen. Deshalb wundert mich auch die sinkende Zustimmung bei Wahlen für die Linke nicht. Einzelne Leuchttürme wie Sahra Wagenknecht ändern leider nichts am Gesamtbild. Dieses Phänomen hat nun auch die NDS erreicht. Wir werden die ausgewogenen, sachlichen Beiträge von Paul Schreyer sicherlich anderswo im Netz finden. Wichtiger ist, dass seine kritische Stimme weiterhin zu lesen sein wird.

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    1. fidelpoludo

      Mir scheint der Fall Paul Schreyer/Nachdenkseiten schlimmer als der der Linken/Sarah-Wagenknecht. Weil Sarah Wagenknecht nicht einfach rausgeschmissen wurde. Insofern hat das Nachdenkseitenphänomen die „Linke“ noch nicht erreicht. Obwohl der Fall Lederer/Jebsen und die Haltung des Parteivorstandes (oder war es ein anderes Gremium?) darauf hin deutet, dass der Weg nicht mehr allzu weit ist.

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      1. altermann

        Bei vielen Linken ist immer noch das „Die Partei, die Partei, die hat immer recht“ im Kopf, oder noch negativer gesprochen, die Bedeutung der Meinungsfreiheit hat sich seit Stalin leider nicht geändert. Wer die Straße gegen AfD-Parteitage als geeignetes Instrument der politischen Auseinandersetzung instrumentalisiert, hat den Schuss nicht gehört. Früher waren es die Juden, die aus der Komfortzone bekämpft wurden, heute wird die AfD mit Staatsgelder bekämpft. In England müsste die Regierung gehen, wenn wo etwas bekannt würde.

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    2. Markus Huber

      Warum überrascht mich das nicht? Eher verwunderte es mich bisher unbewußt, daß ein Leuchtturm der Fairness und Selbstreflektion, wie ihn Herr Schreyer in diesem Fall wunderbar darstellte, noch geduldet wurde.

      Zitat: „Die NachDenkSeiten waren selbst schon einmal die Zielscheibe eines ähnlichen Versuchs. Daher kennen wir diese Methode und wir solidarisieren uns auch deshalb eindeutig mit Ken Jebsen, der immer wieder das Opfer dieser Strategie wird.“

      Vielleicht wäre ein „…solidarisieren uns nur deshalb…“ näher an der Wahrheit? Na dann hatte es wenigstens einen Sinn, daß die – aus meiner Sicht – manchmal anklingende Hochnäsigkeit der NDS zumindest dahingehend „schon einmal die Zielscheibe…“ war.

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    3. M. Beyer

      Jeder, der den Nachdenkseiten schon einmal Kritik entgegengebracht hat, wird wissen, dass die NDS sich dieser wenig bis gar nicht annehmen. Veröffentlichte Lesermeinungen fangen mit immer mit extremen Huldigungen an Herrn Müller oder Herrn Berger an und kritische Meinungen werden nur selten wiedergegeben. Auch die Verbindung von Albrecht Müller zu Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine beeinflusst den Inhalt der NDS extrem. In Summe muss ich Herrn Wolfgang Lieb recht geben, welcher die NDS 2015 verlassen hat. Früher haben die NDS einmal dazu aufgefordert, Texte kritisch zu hinterfragen. Wer dem heute noch folgt, stößt zunehmend auch bei den NDS auf Widersprüche. Da loben die NDS die Sendung „Die Anstalt“ vom 08.11.2017 bezüglich der Aufklärung der Mont Pelerin Society. Andererseits kommen sehr oft Beiträge vom Herrn Heiner Flassbeck in die NDS. Herr Flassbeck war 5 Jahre lang Assistent am Lehrstuhl vom Wolfgang Stützel. Herr Stützel wiederum vom Herbert Giersch gefördert. Und Herbert Giersch wiederum war von 1986 bis 1988 Präsident vom wem? Genau, er war Präsident von Mont Pelerin Society. Wenn man jetzt noch die Meinung vom Herrn Flassbeck zu den Aussagen vom Karl Marx kennt, dann ist eine gewisse Vorsicht gegenüber Herrn Flassbeck aber gegenüber den heutigen NDS nicht ganz unbegründet. Vielleicht noch einen Satz zu Frau Wagenknecht. Warum nutzt eine so bekannte Politikerin der Linken, die Springerzeitung „Die Welt“ für ihre Einlassungen? Diese Frage wird noch berechtigter, wenn man sieht, wem sie Frage und Antwort steht. Dies ist Herr Marcel Leubecher, der in AFD-Kreisen lobend erwähnt wird: „Dies ist das Ergebnis der engagierten journalistischen Recherchetätigkeit von Marcel Leubecher für die WELT. Er fand heraus, dass nur ungefähr jedem tausendsten Flüchtling der Schutzstatus entzogen wird.“. Damit entfernt sich Frau Wagenknecht mit großen Schritten von einer Position eines Leuchtturms im Bereich der Linken, ebenso wie dies Herr Gysi getan hat, welcher mittlerweile im politischen Beirat des Lobbyverbandes der mittelständischen Unternehmen vertreten ist (https://www.bvmw.de/der-bvmw/darum-bvmw/politischer-beirat/). Welcher wirklich Linke würde sich so verhalten?

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      1. bekir

        Wolfgang Stützel starb 1987. Bis in die 70er Jahre hinein galt er nachfrage-orientierter Keynesianer, bevor er sich Ende der 70er dem angebots-orientierten Neoliberalismus zuwandte. Heiner Flassbeck war Mitter der 70er sein Assistent – worin besteht nun nochmal genau seine „Kontaktschuld“?
        Kam er dem Nachfrage-Theoretiker zu nahe oder dem Angebots-Theoretiker? War eines von beiden genehmigungspflichtig?
        Und wie sieht’s mit Peter Bofinger aus, der 1976-78 als wissenschaftliche Hilfskraft und 1981-85 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl von Wolfgang Stützel diente?

        Sollten wir das Thema „Kontaktschuld“ nicht doch lieber in die Mottenkiste packen?

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      2. bekir

        Saldenmechanik ist auch nach Meinung ihres Erfinders Stützel nur ein „Werkzeug trivialarithmetischer Natur“, keine Theorie oder gar Ideologie. So wie uns die gemeinsame Nutzung der römischen Buchstaben noch lange nicht zu Anhängern des römischen Klerus oder zu verbündeten Gegnern der arabisch schreibenden Koran-Anhänger macht.

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      3. Christian Dirk Bähr

        Saldenmechanik vermag geradezu perfekt die Euro-Krise und damit verbundene Target2-Salden zu erklären, die per Ende Dezember 2017 eine Höhe von etwa 907 Mrd. Euro erreicht hatten. Export kann eine Vorstufe des Krieges bedeuten, schauen Sie einfach mal nach „beggar-thy-neighbour-policy“!

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      4. bekir

        So ganz einig sind sich die Experten nicht, als was die Target2-Salden zu sehen sind:
        So wie Prof. Sinn, den Wikipedia hofiert – https://de.wikipedia.org/wiki/TARGET2
        oder eher so:
        http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/oekonomie/nachrichten/geldpolitik-target2-und-was-wirklich-dahinter-steckt/6318300.html

        Aber auch ohne Fachrechnen kann ich Ihnen zustimmen:
        Dauerhaft hohe Exportüberschüsse schaffen Forderungs-Guthaben gegenüber dem Ausland, die sich irgendwann als unbeibringlich erweisen werden. Beruhen sie auf Lohndumping, dann exportieren sie auch noch Arbeitslosigkeit bzw. zwingen alle Länder in einen Dumping-Teufelskreis auf dem Rücken der Arbeitnehmer. Die Folge Krieg zumindest in Form eines Handelskrieg hat Trump schon angekündigt: gegenüber China direkt, gegenüber Deutschland eher indirekt.

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      5. Christian Dirk Bähr

        Einerlei…
        Viele Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg war es üblich, dass die Südländer in regelmäßgigen Abständen ihre Währungen abwerten mußten. Glauben Sie tatsächlich, dass sich die Situation insbesondere seit dem deutschen Export-Furor ab 2008 für diese Länder verbessert haben könnte? Wir wissen doch auch, dass die Konvergenz nach 1995 zu einem Zinsniveau „dort unten“ geführt hat, wonach die Verschuldung von Staaten, Unternehmen und Privaten oder auch das Lohnniveau in den entsprechenden Volkswirtschaften nun vollends deren Konkurrenzfähigkeit abhanden kommen ließ. Die verloren gegangene Fähigkeit zur Abwertung PLUS Kapitalflucht aus diesen Ländern nach Deutschland, das finden Sie in den Target2-Salden. Man könnte auch sagen, dass wir uns diese boomende Konjunktur selber finanziert haben. Es haben Sparer und Steuerzahler in Deutschland dafür aufzukommen.
        Oder noch anders: Mikroökonomisch, also auf Unternehmensebene, bekommen „unsere“ Produzenten natürlich sofort ihr Geld. Es wird allerdings makroökonomisch von der Bundesbank geschöpft und steht in deren Bilanz, für die am Ende wieder der Steuerzahler aufkommt.

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      6. M. Beyer

        Hallo @bekir,

        wie kommen Sie auf den Begriff „Kontaktschuld“? In meinem Beitrag gibt es bezüglich Herrn Flassbeck keine Schuldzuweisung. Ich spreche von einer gewissen Vorsicht, die bei der Aufnahme seiner Informationen für mich gegeben ist. Die Verbindung zwischen Herrn Stützel und Herrn Giersch könnte lt. Wikipedia schon deutlich eher bestanden haben. Immerhin war Herr Giersch in den Jahren Fellow an der London School of Economics, in denen Herr Stützel ein Forschungsstipendium für eben jene bekam. Schauen wir uns jetzt noch die School of Economics an, erfahren wir, dass diese aus einem Übereinkommen der Fabian Society hervorgegangen ist. Die Fabian Society wiederum sieht die Veränderung einer Gesellschaftsform durch Evolution anstatt einer Revolution. Eine Ansicht, welche auch die Denkweise vom Herrn Flassbeck geprägt hat. So plädiert Herr Flassbeck für eine Elitendemokratie, wie sie Joseph Schumpeter beschreibt. Andersdenke unterliegen für ihn einer wirren Vorstellung, wie man am 27.10.2017 auf den NDS lesen konnte. Als Beispiel benennt er den „Erfolg“ der DDR, wobei er allerdings unterschlägt, unter welchen Bedingungen der Versuch eines Systemwechsels begonnen hat. Wer einmal unter Reparationen nachliest, kann erfahren, dass die DDR (SBZ) 99,1 Mrd D-Mark (zu Preisen von 1953) an Reparationen beitragen musste, während die BRD gerade einmal auf 2,1 Mrd D-Mark (ebenfalls zu Preisen von 1953) kommt. Auch das damals geltende Embargo (CoCom) wird gar nicht erst erwähnt, welches der Neoliberalismus heute als durchaus erfolgreich bezeichnet.
        Ich bin der Meinung, man sollte bei einem so komplexen Thema alle Seiten beleuchten und sich nicht nur die jeweils passenden heraus suchen.

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      7. bekir

        Hallo @M. Beyer,

        Sie schrieben:
        „Wenn man jetzt noch die Meinung vom Herrn Flassbeck zu den Aussagen vom Karl Marx kennt, dann ist eine gewisse Vorsicht gegenüber Herrn Flassbeck aber gegenüber den heutigen NDS nicht ganz unbegründet.“

        Dass Karl Marx ein großer Denker war (der natürlich nicht nur selber streckenweise irren konnte, sondern auch missverstanden wurde und missbraucht wurde), ist eigentlich Gemeingut.
        2012 berichtetete https://www.vwa-akademie-online.de/wissenschaft-und-praxis/karl-marx-leben-werk-und-kritische-wuerdigung/ von einer Studie, wonach unter den einflussreichsten Wirtschaftstheoretikern Karl Marx (Rang 5), weit vor Adam Smith (12), John Maynard Keynes (18), Milton Friedman (19) oder Joseph A. Schumpeter (30) abschnitt.

        „Karl Marx sah die Probleme des Kapitalismus vorher, die heute die Rechtspopulisten befeuern. Was wir von ihm lernen können“, titelte vor genau einem Jahr die ZEIT. Und das ZDF bezeichnete 2010 sein Hauptwerk „Das Kapital“ als „Visionäres Meisterwerk“,
        https://www.zdf.de/dokumentation/die-deutschen/das-kapital-100.html .

        Da müssten Sie eigentlich einem breiten Spektrum von Diskussionsteilnehmern mit „einer gewissen Vorsicht“ begegnen, nicht nur Flassbeck und den NDS.

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      8. bekir

        @Christian Dirk Bähr:
        „Kapitalflucht aus diesen Ländern“ kann zeitweilig ein Problem sein, renkt sich aber oft ganz unspektakulär wieder ein, wenn es wirtschaftlich wieder etwas besser läuft. Bei der Flucht wechselt das Kapital nämlich nur das Land, nicht den Eigentümer.

        Das sieht bei der fehlenden Abwertungsmöglichkeit schon ganz anders aus: Beim exportstarken Land wachsen die Guthaben, beim exportschwachen die Schulden. Durch Abwertung würden die Exportchancen (und letztlich auch die realen Exportwerte) einander angeglichen. Ohne Abwertung geht das Spiel ungebremst weiter bis zum großen Knall.

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      9. Christian Dirk Bähr

        „…fehlenden Abwertungsmöglichkeit…“ Diese sehen wir u.a. in den Target2-Salden.

        „„Kapitalflucht aus diesen Ländern“ kann zeitweilig ein Problem sein, renkt sich aber oft ganz unspektakulär wieder ein, wenn es wirtschaftlich wieder etwas besser läuft.“

        Wo sehen Sie nach der Draghi-Bazooka von 2,3 Billionen (2.300.000.000.000) EURO Anzeichen für eine Besserung? Mittlerweile geistert durch die Medien, dass das ländliche Frankreich oberhalb des Mittelmeeres pleite ist.

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      10. bekir

        Nach Jahren schlechter Nachrichten meldete Im Oktober die WELT:
        „Italien schafft die Trendwende“ – https://www.welt.de/print/die_welt/wirtschaft/article170163753/Italien-schafft-die-Trendwende.html
        Regierungsberater Yoram Gutgeld führt dies auf echte Reform-Erfolge zurück, nicht auf bloße EZB-Geldspritzen („Draghi-Bazooka“).

        Letzterem widerspricht er sogar ganz deutlich:
        „Italien würde mit einer Inflationsrate von zwei Prozent besser fahren als mit dem aktuellen Anleihekaufprogramm“, und „weist damit den in Deutschland oft gehegten Verdacht, wonach Italien am liebsten dauerhafte Anleihekäufe durch die EZB sähe, weit von sich.“

        Der als Sparkommissar eingesetzte ehemalige McKinsey-Berater ist trotz dieses Schienbein-Tritts gegen den speziell deutschen Austeritäts-Wahn nicht vom neoliberalen Pfad der Tugend abgekommen: Italien könne (wie kürzlich bereits Macrons Frankreich) von den Deutschen noch lernen, allerdings nicht von Hartz IV, sondern vom Verzicht der Deutschen auf zentrale Einheitslöhne, um wirtschaftlich schwächeren Firmen „maßgeschneiderte“ (d.h. niedrigere) Abschlüsse zu ermöglichen.

        Na dann, auf zum fröhlichen Dumping-Wettbewerb in Sachen Löhne!

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      11. Christian Dirk Bähr

        Verzeihung, aber das sind doch Märchen. Niemand am Markt kauft mehr italienische Staatsanleihen. Die EZB ist der einzige Aufkäufer zur Staatsfinanzierung Italiens:

        http://www.faz.net/aktuell/finanzen/faz-exklusiv-ezb-kauft-mehr-anleihen-aus-suedeuropa-15409642.html

        https://www.nzz.ch/international/draghis-geldpolitik-gibt-rom-rueckendeckung-ld.1354857

        Die italienische Bruttoinlandsprodukt 2016 erreichte gerade einmal 2005er-Niveau.

        https://www.google.de/search?client=firefox-b-ab&dcr=0&biw=1366&bih=620&ei=Dol8WouwC8zawAK4srDIDw&q=%22bruttoinlandsprodukt+italien%22&oq=%22bruttoinlandsprodukt+italien%22&gs_l=psy-ab.3..0l2j0i7i30k1j0i30k1l4j0i5i30k1j0i8i30k1l2.24417.33223.0.33861.21.21.0.0.0.0.104.1647.20j1.21.0….0…1c.1.64.psy-ab..0.21.1641…0i8i7i30k1j0i13i30k1j0i8i13i30k1j0i13k1.0.Kfnq6bt3s7c

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  2. Pingback: Eine notwendige Debatte

  3. Bernhard Meyer

    Warum kann das nicht „unter Männern am Tisch“ geklärt werden? Das ist doch Wahnsinn! Da schreiben dieselben Leute kritisch und klagend darüber, wie sich die Linke im Streit zerlegt (Mobbing gegen Wagenknecht, „Querfront“ gegen KenFM, Friedensbewegung, Mahnwachen), aber können selbst nicht diesen Hennenfurz von Ärger anständig beilegen!

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    1. Paul Schreyer Autor

      Den „Ärger“ unter „Männern am Tisch“ beilegen klingt erstmal gut. Leider ist es komplizierter. DIe NDS-Redaktion legt bislang nicht offen, wie sie zum Zensur-Verhalten derartiger Buchhandlungen steht. Meine mehrfache interne Nachfrage wurde nicht beantwortet. Stattdessen erfolgte nun der Rauswurf wegen „Stimmungsmache“. Ich hatte zuletzt intern noch meine Bereitschaft geäußert, weiterhin im Team zu arbeiten, trotz Meinungsverschiedenheiten. Die NDS haben leider anders entschieden.

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      1. fidelpoludo

        Mir scheint hier „unter Linken“ so etwas wie die instinktlose Paranoia vor einer drohenden Unterwanderung die Überhand zu gewinnen. Der Vorwurf der „Stimmungsmache“ deutet darauf hin. Vielleicht bist du auch zu schnell und zu schneidig an die Öffentlichkeit gegangen, ohne den Versuch, die Angelegenheit intern zu klären, obwohl du ja sagst, du hättest es mehrfach versucht. Dass es nicht möglich gewesen sein soll – bei deiner Position in den NDS -, einen Verantwortlichen telefonisch oder anders zu erreichen, kann ich kaum glauben. Mir scheint die Vertrauensbasis auf beiden Seiten schon gestört gewesen zu sein. In der Sache „Duldet man eine Zensur, so lange sie „bloß“ den politischen Gegner trifft oder nicht?“ hast du völlig recht und den Nagel auf den Kopf getroffen. Das geht auf keinen Fall! (Wobei noch nicht einmal ganz klar ist, ob es sich wirklich voll und ganz um den „politischen Gegner“ handelt, „rings und lechz“ sich zuweilen deshalb anzugleichen scheinen, weil die Mitte sich aufzulösen droht – und manche angeblich Rechte in vieler Hinsicht heute linkere Positionen vertreten als manche sogenannte Linke. Vgl. etwa Paul Craig Roberts!)

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      2. ckl55

        Leider musste ich DAS hier zur Kenntnis nehmen.

        Meine bisherige monatliche Unterstützung der „Nachdenkseiten“ werde ich wohl an KenFM umverteilen.

        Ansonsten stimme ich den Schlußakkorden von Paul Schreyer 100% zu.

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    2. Kassandra

      @dok „der Hang zur Diffamierung und Ausgrenzung im linken politischen Lager ausgeprägter zu sein scheint als bei den Rechten.“ Das ist mir auch aufgefallen. Die Linken scheinen stärker ideologisch begrenzt.

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      1. fidelpoludo

        „Die Linken scheinen stärker ideologisch begrenzt.“ Vielleicht eher nicht „begrenzt“, sondern zu sehr „ausdifferenziert“. Alleine die Fronten im Marxismus, wer denn nun über den richtige „Wert“-Begriff verfügt, über den richtigen Arbeitsbegriff, die Häme der Kritiker der politischen Ökonomie über den Marxismus der Arbeiterbewegung und ihrer Geschichte. Da tun sich Welten, Lücken und Fronten auf. Alles in allem weniger Marx als Murx! Und mit dem Marxismus ist die Linke noch lange nicht in ihrer Breite erfaßt: Mit Hegel, Keynes, den Geldtheorien, der Kritischen Theorie, Foucault, Derrida, Freud, Lacan, Zizek geht es weiter … und wenn sie nicht gestorben sind, differenzieren sie sich – von dem einen oder anderen „Stinkstiefel“ (Ulrich Mies) noch untereinander gegeneinander aufgebracht – weiter aus.

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    3. fidelpoludo

      Achtung! Kleiner Scherz am Rande!! Bitte, bitte nicht in den falschen Hals kriegen:
      Vielleicht kann der Wahnsinn nicht „unter Männern am Tisch“ geklärt werden, weil da eben nur Männer am Tisch sitzen – und das Weibliche vom männlichen Beobachter des reinen Männertisches dann nicht etwa in den H a h n e n -, sondern in „diesen H e n n e n furz von Ärger“ entsorgt wird. Obwohl natürlich: There seems to be no alternative – considering Merkel, Maggie and Von der Leyen and so on…

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      1. fidelpoludo

        Vielleicht ist es aber auch nur wieder so, dass hinter jedem aufrechten Männertisch mindestens eine Frauenchaiselongue sich ausbreitet. (Um dem Verdacht auf allzuviel Political Correctness einen hilflosen Versuch entgegen zu setzen.)

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  4. Christian Dirk Bähr

    Leider wird hier in dem Falle Ihr aufrechter Einsatz, Herr Schreyer, nicht entsprechend gewürdigt. Die Fakten sprechen klar für Sie. Daher sollte Ihnen alle Unterstützung von redlichen Beobachtern zuteil werden. Was die NDS hier versuchen, ist nichts weiter als Abgrenzung von der AfD zu betreiben. Also wurden Sie vom kleinbürgerlichen Kleinmut der NDS getroffen und aussortiert. Mit Nabelschau kommen wir jedoch keinen Schritt voran.

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  5. Sabine Ott

    Mein Gott, kaum hab ich den Beschluss des Parteivorstands der Linken einigermaßen verdaut und einen gewissen Trost darin gefunden, dass es die Community, die hoffentlich immer weiter wächst, gibt, auch wenn die Mehrheit des Vorstands der Partei , von der ich dachte, meine politische Heimat gefunden zu haben, in einer Würgereiz hervorrufenden Art und Weise dagegen schießt. Jetzt geht’s auch innerhalb der Community los. Herr Schreyer, ich versteh Ihren Unmut und Ihre Argumentation. Bestens sogar. Ich versteh aber auch die Verantwortlichen der Nachdenkseiten in Zeiten, in denen jegliche als Nähe zum rechten Lager interpretierbare Veröffentlichungen neues Futter für die reflexhaft ausgestoßenen „Verschwörungstheorie-Querfront-…“-Schreie bieten. Auch ich wünschte mir – gerade in diesen Zeiten – keine Veröffentlichungen auf den Nachdenkseiten, die eine solche Interpretation zumindest zulassen.

    Soll uns wirklich nur noch die Innere Emigration bleiben, weil selbst die Community es nicht schafft, MITEINANDER für Frieden, Wahrheit und Gerechtigkeit zu stehen und zu agieren?

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    1. Ein MSM-Desillusionierter

      @Sabine Ott,

      Sie schrieben: “ Ich versteh aber auch die Verantwortlichen der Nachdenkseiten in Zeiten, in denen jegliche als Nähe zum rechten Lager interpretierbare Veröffentlichungen neues Futter für die reflexhaft ausgestoßenen „Verschwörungstheorie-Querfront-…“-Schreie bieten. Auch ich wünschte mir – gerade in diesen Zeiten – keine Veröffentlichungen auf den Nachdenkseiten, die eine solche Interpretation zumindest zulassen. “

      Mir ist bewusst, dass Ihre Intention dabei eine sehr positive und ehrenwerte ist! Die Intention also finde ich ausgesprochen anerkennenswert und gut! Gleichzeitig halte ich die zum Ausdruck gebrachte Haltung für problematisch.

      Grund 1:

      Wie soll man abgrenzen, welche Überlegungen „eine solche Interpretation zumindest zulassen.“ und welche nicht? Mit passendem Spin versehen lässt sich Vieles in unterschiedlichste Richtungen deuten.

      Machen wir ein Beispiel:

      Angenommen, die AfD setzt sich dafür ein, die Sommerzeit abzuschaffen. Und schwupps werden manche besonders „Aufrechten Kämpfer gegen rechts“ jeden als AfD-nahestehend (und somit zum Abschuss freigegeben) hinstellen, der ebenfalls für die Abschaffung der Sommerzeit plädiert. Zugespitzt (aber hinsichtlich der zugrunde liegenden Struktur alles andere als fernab der Realität):

      „Waaas? Du bist für die Abschaffung der Sommerzeit? Du Scheiß-Nazi Du!“

      ———-

      Grund 2,

      und den halte ich noch für viel wichtiger und grundlegender: Ein Buch, welches nicht gegen Gesetze verstößt, unterliegt nach meinem Dafürhalten dem Recht auf Meinungsfreiheit. Selbst wenn der Inhalt mir um 180 Grad zuwider sein sollte. Und selbst wenn mir also der Inhalt um 180 Grad zuwider sein sollte, werde ich daher dennoch das RECHT des Autors auf Meinungsfreiheit verteidigen! Ich bin ehrlich gesagt jedesmal aufs neue erschreckt, um nicht zu sagen: entsetzt, wenn diese früher als völlig normal verbreitete Haltung heute tagtäglich tausendfach mit Füßen getreten wird. Ich verstehe es nicht! Der dann häufig erfolgende Verweis auf Poppers Aussage, dass man gegenüber Intoleranz nicht tolerant sein dürfe, geht m.E. fehl.

      Eine SELBSTERMÄCHTIGUNG ZUR INTOLERANZ KANN mE NICHT DIE ANTWORT SEIN!!

      Ich vermute, Viele von uns (und ich würde auch Sie, Frau Ott, bei dieser Gruppe von Menschen vermuten) wünschen sich eine durch Toleranz und Friedfertigkeit gekennzeichnete Gesellschaft. Funktioniert das, wenn wir uns ständig in allererster Linie GEGEN die „bösen Rechten“ definieren? Ist DAS eine der tragenden Identitätsmerkmale von auf Toleranz und Friedfertigkeit bedachter Menschen: die ABGRENZUNG, die oft geradezu zwanghaft und reflexartig abläuft (siehe diese unselige Geschichte des (fast will ich sagen: VORGEBLICH) Linken Herrn Lederer in Berlin, der eine Preisverleihung an KenFM Herrn Jebsen im Kino Babylon verhindern wollte, mit Verweis auf lauter Unfug)? Oder dokumentiert sich Toleranz und Friedfertigkeit nicht eher dadurch, dass man NICHT permanent reflexartig alle möglichen Meinungsäußerungen als „bäh“ und somit „böse“ ausgrenzt? Ich sage nicht, dass Sie, Frau Ott, das tun. Ich schreibe das hier eher, um mir die Sorge und ja: auch ziemlichen Frust von der Seele zu schreiben, der mich überkommt, wenn ich immer häufiger beobachten muss, wie wohlmeinende Menschen durch zu kurz gedachtes „Aufrechtes Eintreten für demokratische Prinzipien“ usw aus meiner Sicht oftmals GENAU IN DIE ANDERE RICHTUNG LAUFEN; als die, die sie eigentlich erreichen wollen.

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    2. Tabul A. Raza

      „Ich versteh aber auch die Verantwortlichen der Nachdenkseiten in Zeiten, in denen jegliche als Nähe zum rechten Lager interpretierbare Veröffentlichungen neues Futter für die reflexhaft ausgestoßenen „Verschwörungstheorie-Querfront-…“-Schreie bieten. Auch ich wünschte mir – gerade in diesen Zeiten – keine Veröffentlichungen auf den Nachdenkseiten, die eine solche Interpretation zumindest zulassen.“

      Das liest sich m. E. wie ein Plädoyer für die „Schere im Kopf“. Warum sollte man sich in seinen Meinungsäußerungen von Leuten abhängig machen, die – wie Du selbst schreibst – „reflexhaft“ irgendwelche „Schreie ausstoßen“? Ich sehe diese Bereitschaft zur vorauseilenden Selbstzensur heute überall – und halte sie für ein alarmierendes Zeichen. „Ich bin nicht mit allem, was Ken Jebsen so sagt, einverstanden, aber…“ „Putin ist natürlich ein Despot, aber…“ „Die DDR war natürlich eine Diktatur, aber…“

      Was die Nachdenkseiten anbelangt: die schätze ich sehr, aber habe schon den Eindruck, daß ihre Macher ziemlich stark im bürgerlichen Milieu verankert sind. Da herrscht der „gute“ Geschmack und es gelten feste Konventionen und Grenzen, an denen nicht gerüttelt werden sollte. (Beispiel für „schlechten“ Geschmack: das herrliche, von der NDS-Redaktion als „geschmacklos“ eingestufte Interview mit Sahra Wagenknecht bei „Mann, Sieber!“) Insofern überrascht mich die Reaktion der Nachdenkseiten einerseits, aber andererseits auch wieder nicht so ganz.

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  6. fidelpoludo

    Leider ist diese Art von Zensur kein Einzelfall. Mir ist Ähnliches auf den Kommentarseiten von KenFm passiert. Ohne dass mir klar war warum, wurde mir plötzlich der Zugang gesperrt. Ohne jede Begründung. Möglicherweise habe ich gegen die sogenannten „Nettiquette“ verstoßen. Vielleicht hat jemand aber eine ironische Äußerung von seiner Ironie „befreit“ und sie wörtlich genommen. Und schon müssen wir von Zensur sprechen, wenn der Ausschluß ohne jede Begründung passiert. Ich bin durchaus lernbereit und hätte eine vielleicht mißverständliche Formulierung bedauert oder zurückgenommen. So aber verfahren wir in „unseren“ Reihen wie wir es den „anderen“ vorwerfen. Abschneiden, Ausschließen, kurzen Prozess. Diskussionskultur sieht anders aus. Selbstverständlich besuche ich weiter KenFm, wenn auch mit einem veränderten Gefühl.

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  7. fidelpoludo

    Zu Sabine Ott:
    „Ich versteh aber auch die Verantwortlichen der Nachdenkseiten in Zeiten, in denen jegliche als Nähe zum rechten Lager interpretierbare Veröffentlichungen neues Futter für die reflexhaft ausgestoßenen „Verschwörungstheorie-Querfront-…“-Schreie bieten.“
    „jegliche Nähe zum rechten Lager“?. Auch die abstrakt-allgemein erst bloß behauptete?
    Man sollte da doch lieber schon ins Detail gehen. Der Verweis auf den Ruf eines bestimmten Verlages reicht auf keinen Fall. Ohne mich mit dem gesamten Verlagsprogramm hier und jetzt auseinander zu setzen: Glaubt denn jemand etwa, dass die Veröffentlichung von Zbigniew Brzezinskis „Die einzige Weltmacht“ in der Absicht erfolgte, dessen Weltsicht zu verbreiten? Über die Absicht wäre wahrscheinlich zu diskutieren, aber sie liegt dem Buch nicht bei. Und ich behaupte, die Lektüre des Buches kann sehr gut in emanzipatorischer Absicht erfolgen – ganz egal, welcher Verlag es veröffentlicht. Fast müßte man dem Verlag dankbar sein, solange es in Deutschland kein anderer Verlag veröffentlicht.
    Die vorauseilende Angst davor, „neues Futter für die reflexhaft ausgestoßenen „Verschwörungstheorie-Querfront-…“-Schreie“ zu bieten, ist selbst zu reflexhaft und unsouverain, überläßt dem Gegner die Definitionsgewalt allzu leicht.

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  8. mackul

    Ich bin ziemlich entsetzt –– sehe damit aber leider ähnliche Einschätzungen aus dem engeren Umkreis der NDS-Redaktion zu deren „Führungsstil“ bestätigt. Gerade wenn man berücksichtigt, wie oft Albrecht Müller die SPD (der er wohl immer noch angehört?) nur im Ton von „Ja, sind die denn verrückt? Sehen die das nicht…?“ kritisiert, wo längst klar ist, dass dahinter nur Absicht und Elitenwillfährigkeit stecken kann, fällt es einem ja schon manchmal schwer, diesen Mangel an ernst zu nehmender Kritik zu verkraften. Aber wenn nun wegen der Interpretation einer Lappalie* so mit Mitstreitern verfahren wird, kann man nur ungläubig mit dem Kopf schütteln.
    *Sorry, mehr ist das für mich aktuell nicht, wenn irgendwo ein Buch fehlt – es gibt wahrlich mehr als genug Informationsmöglichkeiten als den Buchstand einer Handelskette, die man ohnehin meiden sollte…
    Was mich aber an den ganzen „Querfront“-Vorwürfen von außen (mit eindeutig diffamierender und i.d.R. nur böswillig unterstellender Absicht) oder auch nur dem Verdacht von Linken untereinander, man würde sich von einem „Rechten“ nicht scharf distanzieren, regelrecht ankotzt, ist der Umstand, dass wir angesichts der Weltlage und des Klassenkampfes (Buffetts „class WAR“ beschreibt es noch besser!) NATÜRLICH und SELBSTVERSTÄNDLICH bereit sein muss, mit JEDEM zusammen zu arbeiten oder gemeinsam auf die Straße zu gehen, der GEGEN Krieg, Ausbeutung, Demagogie und Unterdrückung ist. Dabei sind dessen Motive erst einmal völlig EGAL. Es geht darum, denjenigen das Handwerk zu legen (oder, seien wir realistisch: den Unmut über ihr Tun zu signalisieren), die genau diese Entwicklung voran treiben. Und dazu gehören eben GERADE auch (lieber Albrecht Müller!) ALLE in der SPD, die dem offiziellen Parteikurs nicht schärfstens entgegen- also eigentlich: austreten. Diese Partei und ihre immer wieder bestätigte Führung aus publicitysüchtigen Unfähigen und kriminell Böswilligen, Kriegstreibern, Lobbyisten und Emporschleimern betreibt seit Jahrzehnten (eigtl. seit der Zustimmung zu Kaisers Kriegskrediten und dem Abschlachten der aufständischen Arbeiter, Soldaten und Matrosen 1918) die Politik der reichsten Ausbeuter in diesem Land und europa- bzw. sogar weltweit. Soll ich z.B. lieber mit denen über Frieden diskutieren (= verbale Wattebäuschchen werfen), die die Kriegspolitik deutscher Regierungen (fast*) immer mitgetragen haben (nicht erst seit Schröder) – oder vielleicht doch eher mit denen, die hinter der Kriebstreiberei eine Weltverschwörung des „jüdischen“ Finanzkapitals vermuten? Wenn wir mal an den Punkt kommen, wo der Frieden gesichert ist und Armut und Elend hier und anderswo ausgerottet sind, DANN können wir uns gern darüber streiten, wer eigentlich hinter dem Versuch der Weltvernichtung (also unser aller Ermordung) steckt. Aber aktuell gibt es m.E. Wichtigeres.

    *PS: Ja, dann kommt immer die Entspannungspolitik von Brandt und Bahr als (einziges!) Gegenbeispiel. Dabei wird allerdings gern unterschlagen, dass auch diese Politik offen den „Wandel durch Annäherung“, also einen „Regime change“ – nur auf die „sanfte Tour“ – zum Ziel hatte. Konnte man Anfang der 1970er Jahre mitten im Kalten Krieg nach Ungarn und Prag wirklich glauben, die „Diktatur des Proletariats“ würde sich so „sanft“ beseitigen lassen, wie es dann ab 1989 geschah? Hatten die Befürworter dieser Politik hellseherische Fähigkeiten…? Und wie konnten sie sicher sein, dass jegliche Demokratisierung im Osten nicht seitens der NATO als Schwäche ausgelegt und zu einem Militärschlag ausgenutzt werden würde? Gab es irgendeinen Hinweis darauf, dass die wirklich regierenden Mächte im Westen an einer friedlichen Demokratisierung des Ostens irgendeinein Interesse gehabt hätten…??

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    1. fidelpoludo

      mackul,
      soweit würde ich schon gehen, Albrecht Müller zuzubilligen, dass er eine veränderte SPD anstrebt. Und je länger die NDS existieren, um so mehr haben sich seine Veränderungsvorstellungen für die SPD auch radikalisiert. Ich würde meinen etwa in dem Maße, das Heiner Flassbeck in seinem letzten Aufruf formuliert hat. Seine Idealvorstellung scheint ein quasi fließender Übergang von der „linken“ (Lafontainschen-Wagenknechtischen) Linken zur SPD zu sein. Ob das radikal genug ist, darüber läßt sich streiten. Aber immerhin: die Richtung dürfte stimmen. Müller war nicht von Anfang an ein Kritiker des Neoliberalismus, hat aber – wie wir alle – mit der Zeit dazu gelernt.

      Zu deinem Ausflug in die Geschichte (nicht nur der SPD):
      „Gab es irgendeinen Hinweis darauf, dass die wirklich regierenden Mächte im Westen an einer friedlichen Demokratisierung des Ostens irgendeinein Interesse gehabt hätten…??“
      Damals vielleicht weniger, heute läßt sich jedoch rekapitulieren, dass zumindest die westlichen (US-)Konzerne und (US-)Banken vermittelt über die Hegemonialbestrebungen der USA an einer friedlichen „Demokratisierung“ des Ostens (wohlgemerkt nicht D e m o k r a t i s i e r u n g – vgl. dazu die heutige Veröffentlichung des Gespräches von Ken Jebsen mit Ullrich Mies – „Fassaden-Demokratie und Tiefer Staat“) Interesse gehabt haben, solange diese „Demokratie“ ihnen den unbeschränkten Zugang zu den Märkten und Rohstoffquellen des Ostens, nebst Errichtung weiterer Militärbasen, eröffnet hätte. Für deren Absicherung wäre dann „demokratisch“ schon gesorgt worden. An dem Preis für Jelzins Wodka dürfte es nicht gelegen haben. Eher an der „Demokratie“- bis Demokratiefeindschaft Putins und seinem mit Nationalismus gepaartem Oligarchentum.

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  9. Rudolf B.

    „Ein großes und einflussreiches linkes Portal bleibt wichtig für die Meinungsvielfalt (!) im Land.“
    Ich finde, es gibt genügend davon, der Mainstream eingeschlossen, so dringend brauche ich Herrn Müller nicht, um die Meinungseinfalt links noch weiter zu bereichern.

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  10. Roland Krast

    Da sag ich einfach: Welch eine furchtbare Angst müssen weite Kreise in unserer Politik vor den Rechten haben. Die Angst vor deren Programm kanns eher nicht sein – das ist dem der CDU im letzten Jahrhundert sehr ähnlich. Also gehts eher um die Pfründe und oder die Versorgung vieler Leute mit dem „Kampf“ gegen die real kaum existierenden „Rechten“. Habe mich schon oft gefragt, von was die leben wollen ohne selbigen Kampf. Bei den NDS sollte das eher keine Rolle spielen, aber selbst da gibts die Furcht vor „shitstorm/aufschrei/metoo“ und ähnlichem Gedöns.
    Wie weit sind wir gesunken…….

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  11. SetfH

    Das überrascht mich nicht. Ich nutze und schätze die Nachdenkseiten inhaltlich sehr. Aber meine persönlichen Erfahrungen z.B. mit Jens Berger im Kommentarbereich seines Spiegelfechter-Blogs vor vielen Jahren, ließen mich damals schon oft völlig konsterniert zurück. Mehrmals hab ich versucht, über Artikel bzw. Thesen zu diskutieren, andere Sichtweisen oder Fakten beizutragen, die ein differenzierteres Bild zu einem Thema zeichnen könnten. Vieles wurde völlig ignorant und borniert niedergeschmettert. Mit einer Arroganz eines Gralshüters einer einzigen, alleinigen, unanfechtbaren Wahrheit. Wenn man dann kaum mehr zu leugnende Belege geposted hat, war plötzlich Stille… Immerhin wurde aber noch nicht zensiert, wenn man anderer Meinung war.

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    1. Yossarian

      Könnten sie bitte sagen unter welchem Nick sie dort geschrieben haben? Bei mir ist ein anderer Eindruck hängen geblieben und ich würde das gerne nachlesen.

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      1. SetfH

        Das weis ich nicht mehr, weil das wirklich über 7 Jahre her ist. Wollte eben ein paar alte Artikel raussuchen und nachschauen, aber der Blog spuckt nur Fehlermeldungen aus, wenn man ältere Artikel sucht. Ich erinner mich aber noch an Artikel über das sog. Nichtraucherschutzgesetz und gesunde Ernährung als modernen Totalitarismus (o.ä.) in deren Diskussionsverlauf mir und anderen das häufiger so erging.

        Will aber eigentlich gar nicht so sehr an Personen argumentieren (auch wenn ich das Fass natürlich selbst aufgemacht habe). Ein sehr großer Teil der Artikel der NDS und auch von Jens Berger sind natürlich inhaltlich top und wichtig für die aktuellen Debatten. Ich denke, es kommen leider auch gelegentlich die besonderen persönlichen ‚Eigenheiten‘ mancher Menschen zum tragen, die das ganze dann unprofessionell erscheinen lassen und kaum zu verstehen sind.

        tl;dr: reine Hypothese: in diesem Fall sind es vermutlich eher individuelle psychologische Faktoren und weniger sachliche oder gar bewusst politische Erwägungen.

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  12. Ein MSM-Desillusionierter

    Hallo Herr Schreyer,

    das Verhalten der Nachdenkseiten halte ich für falsch. Punkt.

    Ich hielt es schon damals für klar und eindeutig falsch, als man Ihren Text auf den NDS entfernt hatte, und war sehr sehr froh, als man das das dann korrigierte und selbstkritisch auch explizit als Fehler eingeräumt hat.

    Umso entsetzter bin ich, nun lesen zu müssen, dass man Sie aus dem Team geworfen hat.

    SIE SIND EINER DER BESTEN JOURNALISTEN DIE ICH KENNE. Und zwar nicht nur im deutschsprachigen, sondern auch international im englischsprachigen Raum (andere Sprachen kann ich nicht lesen :)). Die Unbestechlichkeit Ihres Blicks scheint mir auf gleichem Level zu sein wie John Pilger, Robert Parry und ähnliche Leuchttürme des internationalen Journalismus!

    Wir alle brauchen DRINGEND Journalisten wie Sie! DRINGEND!!!

    Ich kann nur aufs Tiefste appelieren an die Nachdenkseiten, ihre Entscheidung nochmals zu überdenken. Ich weiß, es fällt meist schwer, solche Arten von Entscheidungen zu ändern, aber hier wäre es wirklich WICHTIG!

    Also, lieber Herr Müller und Herr Berger:

    Bitte gehen Sie in sich!

    Denn erstens müssen Sie so jemanden wie Herrn Schreyer mit der Lupe suchen, und zweitens war die Entscheidung mE ganz klar falsch.

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  13. Bernd Hünxe

    Trotz interessanter kritischer Beiträge sind die NDS nie frei von linkem Missionarsdenken gewesen und Frau Sa.Wa. ist ihre Jean D’Arc. Sie wird gehätschelt und gepäppelt. Wie Müller und Berger die Manipulation des „Spiegel“ wegdrücken möchten, ist ihrer unwürdig.

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  14. ebertus

    Nach der Depublizierung, später mit einem unsäglichen redaktionellen Kommentar wieder frei geschalteten Text von Paul Schreyer bei den NDS war deren von mir geplanter erstmaliger finanzieller Support zum Jahresende wieder infrage gestellt.

    War wohl richtig, diese, meine Entscheidung ….

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  15. Rolf Roller

    Nehmen Sie es nicht so tragisch Herr Schreyer. Lange Zeit wusste ich auch nicht so genau, was ich von den NDS halten soll – bis ich vor einiger Zeit dem Herrn Müller „auf den Zahn gefühlt habe“. Die sich darauf hin entsponnene Korrespondenz spricht Bände; die NDS für mich seitdem nicht mehr ernstzunehmen.

    „Der Zauberer von Oz“ ist eben eine aus dem Leben gegriffene Parabel – hinter großen Worten verbergen sich häufig kleine Geister.

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  16. senfti

    Ich appelliere dringend an die NachDenkSeiten, sich noch einmal an einen Tisch zu setzen.

    Bitte vergegenwärtigt euch, dass das gemeinsame Ziel wichtiger ist als temporäre negative Gefühlslagen von einzelnen Beteiligten!

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  17. marie

    lieber paul schreyer, machen sie weiter so, die welt braucht sie, so wie sie sind:-)))
    (ich habe ähnliche erfahrungen wie @rolf roller gemacht, wenn man bei den nds am lack kratzt -leider)

    ich antworte ihnen einfach mit tucholsky. dessen geschichte hat mir vieles erklärt:-))

    „Die öffentlichen Verleumder“. Gottfried Kellers Gedicht dieses Titels von 1878 wird als Vorahnung dessen gesehen, was im 20. Jh. an Unheil folgen sollte. Die wirksamsten Verleumder der Freiheitsliebenden waren stets solche im linken Gewand. Sie sind die Glaubwürdigsten und zugleich ist ihr Hass auf die Mutigen am größten. Das beschreibt Kurt Tucholsky in seiner „Fabel“ vom Hund und den Wölfen. Bei Witterung der Wölfe gerät der Hund in „rasende Tobsucht“ und „Wut“. „Da lag der, der sich vor achttausend Jahren von den Wölfen losgemacht hatte: für Fressen, Sicherheit und einen warmen Platz in der Hütte. …  Der Kampf [gegen die Wölfe] ging um die Seele. Anklage und Urteil war ihr Erscheinen (…) Er wand sich: denn sie hatten recht! sie hatten recht! sie hatten recht! Er war abgefallen, zum Feind übergegangen: aus Feigheit, aus Verfressenheit, aus Faulheit; aus hündischem Stolz, sich in der Gunst seines Herrn sonnen zu dürfen, (…) Er hasste sie um ihrer Freiheit willen – er war zu schwach, die noch zu wollen. Er ließ sie entgelten, was er nicht hatte werden können.  (…) Er hasste sie, weil sie nicht in der Wärme fressen wollten wie er, und er hasste sie, weil es ihm alles, alles nichts genutzt hatte: der Verrat nicht, die Wachsamkeit nicht, die gebratenen Fleischstücke nicht. (…) was war ihm geblieben! Eine Hundehütte war ihm geblieben.“

    schönste grüße an sie

    marie

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  18. Harald Pfleger

    Ich glaube, man kann neoliberale und transatlantische Politik heute nur bekämpfen, wenn man auch Argumente der jeweils anderen Seite (rechts oder links) zulässt. Gemeinsam ist man stark. In Griechenland hat sich gezeigt, wie Syriza und Morgenröte versucht haben, dem europäischen Neoliberalismus entgegenzuwirken. Die Neoliberalen freuen sich, wenn die sogenannten Ränder (=die eigentlich wirklich verbleibende Opposition) sich untereinander bekämpfen. Ich habe das leider auch bei der Entscheidung über die Mandatsverlängerung der Bundeswehr in Afghanistan und Mali gesehen. Da haben AfD und Linke im Bundestag dagegen gestimmt, sind aber dennoch in Streit geraten. Was für eine Freude für die Transatlantiker mit ihren welteroberischen, imperialistischen Zielen.

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    1. Christian Dirk Bähr

      Sehr guter Punkt! Nur: Im Falle der Syriza wurde diese trotz „bindendem“ Referendum neoliberal gedreht. Linke und AfD durch ihr Abstimmungsverhalten im Bundestag jedoch nicht.

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  19. Michael Poost

    Das Verhalten der NDS gegenüber Herrn Schreyer wundert mich nicht. Obwohl doch gerade die NDS oft darauf hingewiesen haben, sich mit der AfD argumentativ auseinanderzusetzen und nicht mit plumpen Vorurteilen, wie in diesem Artikel „Die Auseinandersetzung mit der AfD: meist hohl und damit ungenügend. Deshalb hier ein Versuch der inhaltlichen Auseinandersetzung“ auf den NDS dargelegt wurde. Dazu gehört auch, eine solche banale Aktion eines Buchhändlers als das zu bezeichnen, was sie ist, Zensur.

    Die NDS beschreiben sich u.a. so: „NachDenkSeiten sollen eine gebündelte Informationsquelle für jene Bürgerinnen und Bürger sein, die am Mainstream der öffentlichen Meinungsmacher zweifeln und gegen die gängigen Parolen Einspruch anmelden.“

    Eines dürfte den NDS-Machern sicherlich klar sein, Zensur ist immer auch Meinungsmache, weil Zensur immer auch Unterdrückung von Meinung ist.

    Wenn die NDS mehr sein wollen als ein Wagenknecht-Fanclub und ihren sich selbst gegebenen Informationsauftrag ernst nehmen, dann sollte die NDS-Redaktion ganz schnell ihre perspektivische Sicht um einige Grad erweitern.

    Seit einiger Zeit kann ich beobachten, wie sich die „Alternativen Medien“ langsam aber sicher selbst zerlegen. Zu einer echten Gegenöffentlichkeit ist noch ein weiter Weg.

    Die Redaktion von BNN wünscht Herrn Schreyer alles Gute.

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  20. osthollandia

    Lieber Herr Schreyer,
    was die Meinungsfreiheit betrifft, teile ich ganz klar Ihre Ansicht. Ich halte es für eine Zumutung, was Albrecht Müller und Jens Berger da inzwischen anrichten.
    Am 10. November habe ich das dazu geschrieben: https://osthollandia.wordpress.com/2017/11/10/wer-braucht-die-meinungsfreiheit/
    Ich brauche die Meinungsfreiheit und Sie auch. Es kann nicht sein, das vorgebliche Demokraten sich zur Zensurbehörde aufschwingen. Nächste Woche ist man womöglich Nazi, wenn man Brandt oder Wehner gut findet, und dann werden die Nachdenkseiten zensiert.
    Ich finde es gut, dass Sie dieses Herumgeeier um dieses Buch veröffentlicht haben. Leider kann ich Ihnen keinen Job anbieten, ich kann Ihnen nur Solidarität bekunden.
    Beste Grüße
    osthollandia

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  21. Erich M.

    Tja, was soll man dazu sagen? Aus irgendeinem Grund hängen die NDS und ihre „Köpfe“ im Netz (derzeit) typisch linker Fehlreflexe. Sie können anscheinend nicht anders, als all den Unfug, den viele „Linke“ derzeit fabrizieren, nachzumachen. Sie haben Angst vor „Querfront“-Vorwürfen? Vieleicht deswegen, weil sie selbst nicht gerade sparsam damit umgehen und um deren (vordergründige) Wirkung nur zu gut wissen? Ich lese die NDS ebenfalls verhältnismäßig oft, habe inzwischen jedoch das Gefühl, daß v.A. Herrn Albrecht „die Eier“ verloren gegangen sind. Vor vielen Jahren las er sich noch sehr kämpferisch, ohne Furcht, irgendwo anzuecken, inzwischen kommt er mir jedoch wie ein Mitglied des „Linke“-Parteivorstandes vor. Mitheulen, ja nicht anecken, unerreichbare (und unsinnige) Utopien verbreiten, intrigieren… und vielleicht ein warmes Plätzchen an irgendeinem Fleischtopf anstreben? Dieser Eindruck verstärkt sich zumindest bei mir mit jedem von Müllers Beiträgen, dem man das Etikett „Filterblase“ anhängen könnte (da gibt es immer wieder einmal welche).

    Sehr aufschlussreich sind die Texte von Berger und Müller auch dahingehend, daß sie (so mein Eindruck) in sich das Mantra „mit Nazis redet man nicht! Über Nazis schon…“ tragen. Diesem Mantra ist wohl auch die (nun offensichtliche) Farce um Herrn Schreyers Bericht zu seinen Beobachtungen bei dem Buchhändler geschuldet. Für mich bedeutet das, daß ich die Texte, die auf den NDS veröffentlicht werden, noch wesentlich genauer auf Tendenz und Referenz abklopfen werde.

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    1. ebertus

      So ist es, eigentlich selbstverständlich.

      Auch die (vermeintlich) Guten müssen nicht per se gut sein, ist kritische Reflektion, ist Abklopfen auch bei den (vermeintlich) Guten immer wieder nötig.

      Nun werde ich die NDS nicht gleich „entfreunden“, die mir persönlich unbekannten Macher auch nicht ad personam angreifen, nicht gleich als U-Boote einordnen – so wie netzpolitik.org beispielsweise.

      Dennoch, der Blick ist geschärft …

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  22. XPos

    Da wird wohl jemand aus deiner Nähe bei deiner Buchhandlung vorbeigekommen sein und das Buch vorgefunden haben. So lese ich das jedenfalls raus. Also dir wird wohl Inszenierung vorgeworfen und sie haben keine Lust sich in dem Fall zu positionieren. Kann man ja auch nicht immer.

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  23. hintermbusch

    Schockierend. Alles deutet daraufhin, dass die Linke vor der Implosion steht, nicht nur an der Wahlurne, sondern auch intellektuell. Außer Illiberalität ist da einfach nichts mehr.
    Bei Albrecht Müller merkt man übrigens in den letzten Monaten, dass die SPD wieder ganz stark in den Vordergrund seiner Aufmerksamkeit gerückt ist. Sein Ziel war wohl immer, „seine“ Partei wieder auf Kurs zu bringen. Mit dem Trümmerhaufen der Schulz-Kampagne und dem Fehlen jeder positiven Perspektive scheint er jetzt wirklich in einer finalen Krise zu stecken und zunehmend um sich zu schlagen.

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  24. Peter Schönfelder

    Als regelmäßiger Leser der NDS bin ich jetzt ziemlich enttäuscht über die Intolleranz der NDS-Redaktion. Eine gewisse „Arroganz“ ist mir schon länger aufgefallen. So nach dem Motto „Wir besitzen die Wahrheit“. Jetzt versteht man vielleicht auch eher den Weggang von Wolfgang Lieb.

    Wir Konsumenten von Medien müssen also höllisch auf der Hut sein, dass wir uns nicht vor einen Karren spannen lassen. Um ständige Wachsamkeit und Hinterfragen kömmen wir nicht herum.

    Zu den jüngsten Ereignissen bei der Linkspartei und den NDS fällt mir unweigerlich der Buchtitel ein: “ Warum ich kein Linker mehr bin“.

    Ihnen, Herr Schreyer, wünsche ich, dass Sie weiter kritisch berichten, sich nicht verbiegen lassen und den Blog betreiben können.

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  25. Kambeo

    Wer die primitive Hetze gegen die AfD mitmacht, ist nicht nur ein Feind von Demokratie und Meinungsfreiheit, er ist schlicht dumm. Die NDS hatten für mich immer schon den Geruch eines gewissen Opportunismus, einer biederen Nähe zum (SPD-)Mainstream. Dass da „nicht alles gesagt werden darf“, das konnte man immer schon zwischen den Zeilen lesen. Deshalb auch habe ich dieses Medium finanziell nicht unterstützen können.

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  26. sw

    NDS war immer etwas realistischer als die Mainstreampresse. Und hat aber auch immer Propagandateile mitgetragen. Bewußt mitgetragen. Beispiel – es gab vor Jahren, ich glaube von Wolfgang Lieb, einen Artikel über den Iran und Ahmadinedschad. Darin wurde auch das Märchen transportiert, dass Ahmadinedschad die Existenz Israels bedroht hätte. Ich hatte damals an die NDS geschrieben, dass dies falsch sei, dass seine Aussage falsch (egal ob bewußt oder „unabsichtlich“) übersetzt wurde. Dies mit entsprechenden deutsch- und englischsprachigen Links belegt. Ich hätte mir erwartet, dass die NDS eine Richtigstellung bringen würde. Nichts geschah, nicht einmal eine Antwort.
    Albrecht Müller ist SPD und kann nicht aus seiner Haut. Die SPD war immer eine Partei, welche der Bevölkerung, wenn´s drauf ankommt in den Rücken fällt.
    Jens Berger ist ebenfalls SPD und wer die die Vorgänge zu seinem ehem. Blog Spiegelfechter kennt, weiß, woran er ist. Da sei nur daran erinnert, dass er und sein Mitschreiber die unsinnigen Querfrontvorwürfe von Ditfurth bezüglich den Montagsmahnwachen mittrugen.

    Wer tiefer in die Thematiken von Geostrategie einsteigen und verstehen möchte, ist bei den NDS definitiv völlig falsch.

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  27. MarcoM

    „Ich schätze die allermeisten Texte von Albrecht Müller und Jens Berger“ ~~~ Ich auch – nicht alle, aber die allermeisten.

    „In dem hier vorgeführten autoritären Stil und mit der bloß selektiven Anwendung von Prinzipien wird das aber sicher nichts. Dieser Kurs führt, so glaube ich, auf direktem Weg in die Isolation.“ ~~~ Das Verhalten von Müller und Berger ist für mich aber mehr als enttäuschend.

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  28. Ingo Kaufmann

    Hallo Herr Schreyer,

    ich hatte doch tatsächlich geglaubt, das Problem wäre mit der wieder Einstellung Ihres Artikels bei den Nachdenkseiten geklärt gewesen. Es macht mich einfach nur traurig, dass die Spaltung linker Kräfte in unserem Land weiter geht. Gerade wird in der Linkspartei dies öffentlichkeitswirksam praktiziert. Das schlimme ist, dass dieser Erkenntnisgewinn unisono in linken Blogs und Medien vorhanden ist. Aber man ist nicht in der Lage Konsequenzen daraus zu ziehen. Ihnen ist sicher kein Vorwurf zu machen, da Sie wie ich gelesen habe auch deeskalierend gewirkt haben. Auch wenn man Ihre sachlichen und in meinen Augen, richtigen Artikel der letzten Jahre als Maßstab nimmt, kann ich diese Entwicklung nicht nachvollziehen. Es ist auch wichtig Ihren Einkommensverlust zu erwähnen, da genau dies immer als Argument angebracht wird, wenn Journalisten vorauseilend eben gerade nicht kritisch schreiben um ihren Arbeitsplatz nicht zu gefährden. Es ist schon zum Haare raufen, wie hanebüchen mache Sachlagen angegangen werden. Ich wünsche Ihnen von Herzen einen ebenbürtigen Ausgleich für Ihr entgangenes Engagement. Mir erscheint, den Nachdenkseiten ist der Verlust Ihrer Arbeit gar nicht bewusst. Gerade, da in den letzten Wochen zu lesen war, dass die NDS ihr Angebot erweitern wollen. Ist dies wirklich der richtige Zeitpunkt um sich von qualifiziertem Personal zu trennen?

    Mit freundlichen Grüßen

    Ingo Kaufmann

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  29. Marcus

    Ich bin empört.
    Ein Tipp: Legen Sie sich einen Patreon-Account zu. Das ist eine Plattform, um Menschen, die sinnvolles tun, regelmäßig finanziell zu unterstützen. Vielleicht finden sich ja genügend Unterstützer, um Ihnen so ein weiteres Standbein zu ermöglichen.
    Ich wünsche Ihnen alles Gute! Sie tun das Richtige.

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  30. fidelpoludo

    Kommentar der Redaktion (der NachDenkSeiten):

    »Auf diesen Beitrag von Paul Schreyer haben eine Reihe von NachDenkSeiten-Lesern kritisch reagiert – mit Hinweis auf die Rolle und Äußerungen des Buchautors.«

    Welche Auffassung von Kritik haben die Redaktion wie die »Reihe von NachDenkSeiten-Lesern«, wenn sie nicht zur Kenntnis nehmen können oder wollen, daß der »Autor Paul Schreyer« sich nicht nur nicht speziell für das Buch oder seinen Autor einsetzt, schon gar nicht für »die Rolle und Äußerungen des Buchautors«, sondern es ihm einzig und allein um die Meinungsfreiheit geht – und zwar unabhängig von der politischen Richtung. Obwohl dieser Gedankengang der Redaktion nicht ganz entgangen sein muß – sie leitet die Begründung für die Unterdrückung des Artikels damit ein, dass Paul Schreyer »sich kritisch mit der Entscheidung einiger Buchhändler auseinandergesetzt« habe, »die den Spiegel-Bestseller „Kontrollverlust“ von Thorsten Schulte aus dem Regal nahmen«, ließ sie ihn jedoch gleich wieder mit der Anpassung an den Druck der Leserzuschriften fallen und glaubte, sich selbst eines Fehlers der Unbewußtheit (und damit des unreflektierten Einlenkens in die Mainstreamhaltung politischer Korrektheit) dadurch zu überführen, dass sie dem unterschwelligen Argument nachgab, dass das Machwerk eines »AfD-Propgagandisten«, das »die Ziele und Werte der NachDenkSeiten konterkariert«, nicht nur verdiene, mal so eben mir nichts, dir nichts von der Bestsellerliste zu verschwinden, sondern dass diejenigen Buchhandlungen, die sich dazu aufraffen, für ihre „subversive“ Aktion mindestens klammheimliche, wenn nicht offene Sympathie verdienen.
    Paul Schreyers an Demokratie und Meinungsfreiheit orientierter Gedankengang war also letztenendes weder dem Buchhandlungspersonal, noch den »kritischen Lesern« der NDS oder deren verantwortlichen Redakteuren zu vermitteln, wie die weiteren Ausführungen der Redaktion nur noch unterstreichen:

    »Wir fanden die Kritik insofern berechtigt, als dem Text von Autor Schreyer eine Information über die Auftritte des Autors und die Wahlempfehlungen für die AfD gutgetan hätte. So wäre es für unsere Leserinnen und Leser doch sicherlich interessant zu wissen, dass Thorsten Schulte als Redner auf zahlreichen Kundgebungen der AfD aufgetreten ist und in Videos zusammen mit der AfD-Politikerin Alice Weidel seine Wahlempfehlung für die AfD abgab.
    Alice Weidel ist übrigens Mitglied der neoliberalen Hayek-Gesellschaft. Die NachDenkSeiten können doch nicht am gleichen Tag die Sendung der Anstalt loben, in der die Mont Pelerin Society kritisch behandelt wird, und parallel dazu ohne entsprechende Information auf ein Buch hinweisen, das – angefangen bei der Geld- und Finanzpolitik bis hin zur Forderung der Liberalisierung des Waffenbesitzes – Hayeks Ideologie vermittelt. Darauf hätte Autor Schreyer hinweisen können und aus unserer Sicht müssen. Wir selbst hatten bereits sehr früh vor den marktradikalen Strömungen im rechten politischen Spektrum gewarnt.«

    Noch ein- und zum letzten Mal: Es geht nicht um das Buch, den Autor, seine Kontakte und politische Haltung; und gerade das Lob der »Anstalt« wegen ihrer Kritik der Mont Pelerin Society hat doch der NDS-Leserschaft das kritische Werkzeug in die Hand gegeben, sich selbst ein Urteil sowohl über das Buch, den Autoren und seine politischen Präferenzen und Bekanntschaftenzu bilden. Glaubt man auf den NDS tatsächlich, seinen Lesern alles und jedes bis auf den letzten Bissen bis ins Kleinste vorgekaut in den Mund schmieren zu müssen?

    »Ein zorniger Willy Wimmer. Mit Recht zornig. Inzwischen geht‘s ans Eingemachte. An den Frieden und die Meinungsfreiheit.«

    So betitelte Albrecht Müller wörtlich am 17. November 2017 einen Beitrag auf den NDS, wo jemand dafür gelobt wird, dass er schreibt:

    »Meinungsbildung als Grundrecht der Bürgerin und des Bürgers nach unserem Grundgesetz, findet nicht mehr statt. Wo werden in den sogenannten Leitmedien die unterschiedlichen Ansichten aus der deutschen Bevölkerung wiedergegeben? Wo muß sich die Regierung über die Medien mit den verschiedenen Auffassungen im Lande auseinandersetzen, wenn es diese unterschiedlichen Meinungen in der Medien-Wiedergabe überhaupt nicht mehr gibt? (…)
    Meinungen, die nicht goutiert werden, können umgehend nach Berlin gemeldet werden, sollte sich daraus eine Gefahr für das Berliner Personen-Machtkartell sich ergeben. Mit den Ansichten in der Bevölkerung will man lieber nichts zu tun haben, weil das die vorgegebene Linie konterkarieren könnte. Ein sofortiges Karriereende ist dann garantiert.«

    Dafür dass Paul Schreyer vorgeworfen wird, ein Buch beworben zu haben, das ihm gleichgültig war, das er nicht beworben hat und für das aber der soeben so von Albrecht Müller wiederum eindeutig beworbene und gelobte Willy Wimmer das Vorwort geschrieben hat, wird Paul Schreyer rausgeschmissen, sein »sofortiges Karriereende« zumindest bei den NachDenkSeiten »garantiert«. Stoff zum Nachdenken.

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  31. bekir

    Der Schreyer-Artikel wurde zwar zuerst gelöscht, dann aber doch wieder (am 8. Nov.) veröffentlicht samt einer Stellungnahme der Redaktion, u.a.: „Es wäre gut, die Urteile, die Vorurteile und Verurteilungen würden etwas tiefer gehängt. Im konkreten Fall bedauern wir unsere zu schnelle Entscheidung und korrigieren diese mit der Wiederveröffentlichung.“

    Fehler eingesehen, eingestanden und bereinigt: Ich finde, damit hatte die Redaktion sich selbstkritisch gezeigt und den internen Konflikt bereinigt. Auch der Autor des „wiederhergestellten“ NDS-Artikels räumte schließlich seinerseits ein, er „hätte in meinem Artikel den AfD-Hintergrund des Buchautors Thorsten Schulte erwähnen können, das ist richtig“. Damit könnte man Friedenspfeife rauchen und auf gegenseitiges Nachtreten verzichten.

    Jedenfalls kann ich den Wunsch der Redaktons-Kollegen, die Diskriminierung eines AfD-Buchautors zwar zu verurteilen, aber nicht endlos breitzuschlagen, durchaus nachvollziehen. Da geht es nämlich längst nicht mehr um Diskriminierung, Doppelmoral, Tabuisierung, Vertuschung etc., sondern um die Gefahr, dass die Opfer-Rolle des AfD-Autors zum Selbstläufer und Hauptthema wird und die ganze Debatte zur AfD-Werbung verkommt.

    Viel wichtiger noch: Wenn ich als einzelnes Redaktionsmitglied nicht nur das Anliegen meiner Kollegen ignoriere (was u.U. noch honorig wäre), sondern de facto sogar ihre – öffentliche ! – Entschuldigung bei mir, dann wird es problematisch.
    Durch das Ignorieren einer Entschuldigung (ein Akzeptieren hieße nämlich, es mal gut sein zu lassen) macht man aus ihr quasi eine Art (unfreiwilliges?) „Schuldeingeständnis ohne Reue“. Und indem ich den Kollegen-Lapsus weiter (ebenfalls öffentlich!) thematisiere, kann es mit meiner Loyalität innerhalb der Redaktion nicht mehr weit her sein.

    „Die Redaktion schweigt dazu ganz einfach. Sie lässt es offen. Das geht aber nicht.“
    Wenn die öffentliche Entschuldigung (und Behebung der Löschung) nicht ausreichend Info sein soll, was fehlt dann noch? Eine nochmalige, ganz große Entschuldigung, evtl. auch beim AfD-Buchautor, der doch nur indirekt Gegenstand des redaktionsinternen Streits war?
    Für die evtl. fehlende interne Kommunikation (anstelle eines „öffentlichen Nachbohrens“) scheint mir die Schuld nicht so eindeutig auf Seiten der NDS-Kollegen zu liegen, wie das hier dargestellt wird.

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    1. Paul Schreyer Autor

      Wie schon im Beitrag geschrieben: Was fehlt, ist eine klare Stellungnahme der Redaktion, ob sie eine Manipulation der Bestsellerliste aus politischen Gründen toleriert oder ablehnt. Mit mir persönlich hat das wenig zu tun.

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      1. bekir

        Eine öffentliche Entschuldigung für den Fehltritt anlässlich der Behebung eben dieses Fehlers bringt m.E. klar genug zum Ausdruck, dass die NDS das lügnerische Verschweigen keines einzigen Buchautors gutheißen will. Würden die NDS nämlich dies z.B. bei AfD-Buchautoren gutheißen, dann hätte es keinen Grund gegeben, gerade diesen gelöschten Artikel zum Thema lügnerisches Verschweigen wiederherzustellen – und erst recht nicht, sich für das Löschen zu entschuldigen.

        Gab es denn hinter den Kulissen ein Zögern bzw. ein langes Ringen bis zum Meinungsumschwung der NDS?
        Oder warum muss die Ablehnung von Diskriminierung unbedingt nochmals (und quasi „ganz feierlich“ ausdrücklich auf AfD-Buchautoren erstreckt) wiederholt werden?

        Für so einen Wunsch kann es „gute Gründe“ geben, z.B. wenn ich die „Gegenseite“ tatsächlich als Gegner betrachte und mir den Spaß gönnen will, sie (zeitlich und Inhaltlich) über eine eigentlich vollständige Entschuldigung hinaus vorzuführen. Das wäre evtl. unfein, aber ein legitimes Mittel unter Gegnern. Wenn man aber in einer Redaktion die Kollegen so intensiv als Gegner behandelt, dann war’s das wohl mit der vertrauenvollen kollegialen Zusammenarbeit.

        Eine akzeptable, aber nicht akzeptierte Entschuldigung hat nämlich durchaus einen persönlichen Bezug: Sie schafft eine zwischenmenschliche Barriere. Das ist unter „Gegnern“ kein Problem – unter „Kollegen“ dagegen sehr wohl.

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      2. Paul Schreyer Autor

        Um eine Entschuldigung – oder auch sonst eine Aussage – akzeptieren zu können, sollte diese natürlich schlüssig sein. Das ist, so meine ich, eine Grundvoraussetzung sinnvoller und ehrlicher Kommunikation. Konkret gesagt: Im Kommentar der Redaktion zur Wiedereinstellung meines Artikels wurde zwar die Löschung begründet, nicht aber die erneute Veröffentlichung. Es ist dort mit Bezug auf die Löschung lediglich die Rede von einer „zu schnellen und nicht genau bedachten Reaktion“. Die Argumente für die Wiedereinstellung bleiben dabei offen. Was hat die Redaktion dazu bewogen? Was genau war aus ihrer Sicht unbedacht, wenn doch den Argumenten für die vorherige Löschung weiterhin Gültigkeit beigemessen wird? Das ergibt für mich kein schlüssiges Bild.

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      3. bekir

        Die Passage von der „zu schnellen und nicht genau bedachten Reaktion“ liefert zwar einen Grund für die schnelle Löschung (Autor habe die NDS „nicht näher über die Hintergründe und das Umfeld unterrichtet“). Aber nicht nur das: Sie ist zugleich das Eingeständnis, dass die Löschung ein (wieder gutzumachender) Fehler war. Allerdings ein Fehler aufgrund eines Irrtums, zu dem beide Seiten beigetragen haben.

        Weil wohl auch die NDS den größeren Teil der Schuld an der Kommunikationspanne auf sich nahmen, entschuldigten sie sich, ohne das gleiche von der Gegenseite zu fordern:
        „Im konkreten Fall bedauern wir unsere zu schnelle Entscheidung und korrigieren diese mit der Wiederveröffentlichung.“ Für meinen Geschmack ist das eine noble Geste, die dem (berechtigten) Anliegen, die Sache doch bitte nicht zu hoch zu hängen, einiges von der Brisanz nimmt, die man sonst darin möglicherweise entdecken könnte.

        Zusätzlich sollte man aber vielleicht auch mal einen positiv motivierten Aspekt der „zu schnellen und nicht genau bedachten Reaktion“ in Erwägung ziehen: Solange die NDS-Redaktion nicht wusste, ob der Artikel-Autor selber unwissentlich und ungewollt für die Rechte eines AfD-Buchautors kämpft, indem er sozusagen in eine (ihm gezielt gestellte?) „Solidaritäts-Falle“ getappt war, konnte sie im guten Glauben gewesen sein, eine für beide Seiten ungewollte und peinliche Situation mit der schnellen Löschung zu beheben.

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      4. bekir

        Das mit der „Falle“ hatte ich ja nicht als Tatsache erwähnt, sondern als mögliche irrige Befürchtung eines evtl. „wohlmeinenden Löschers“. Dadurch wird die Löschung nicht besser, aber das hinter dem Fehler stehende Motiv, das die NDS selber mit „nicht genau bedacht“ doch ganz ähnlich beschreiben.

        Richtig ist natürlich, dass die Grundrechte unteilbar sind und nicht nur für solche Menschen gelten, die man als politisch-inhaltliche Mitkämpfer betrachtet.
        Aber auf einer engagierten linken Seite sollte ein redaktioneller Beitrag schon erkennen lassen, ob man gerade einem Mitstreiter solidarisch den Rücken stärkt oder (aus reiner allgemeiner Prinzipientreue, ohne jegliche inhaltliche Wertung) einem inhaltlichen Gegner. Das schafft einerseits nötige Klarheit für den Leser, ohne dass der „Grundrechtsschutz für den Gegner“ oder der Wahrheitsanspruch gegenüber Buchhandlungen dadurch geschmälert würde.

        Andererseits verhindert es wenigstens ein Stück weit Querfront-Anschuldigungen. Vor denen sollte man nicht allzu schnell und vorbeugend einknicken (auch daher hatten die NDS Grund, sich zu entschuldigen). Querfront-Anschuldigungen sind allerdings auch nicht bloß harmlose irrige Verdächtigungen ernsthaft besorgter Menschen, sondern oft genug gezielte Dreckschleuder-Kampagnen mit der Absicht einer maximalen Rufschädigung bei minimaler Differenzierung bzw. Faktenlieferung.

        Grundrechts-Prinzipientreue kann man zum Ausdruck bringen, ohne solchen Akteuren in die Hände zu spielen. Und im Falle der NDS man muss es auch, denn deren Kampf für linke Ziele bleibt bekanntlich nicht ohne Gegenangriffe oberhalb und unterhalb der Gürtellinie.

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      5. Paul Schreyer Autor

        Aus dem Artikel geht klar hervor, dass ich nicht „einem Mitstreiter solidarisch den Rücken stärke“, Zitat:

        „Nun bin ich kein Fan dieses Buches, dessen Autor, ein geschmeidiger ehemaliger Investmentbanker und Ex-Wahlkampfchef von CDU-Mann Laurenz Meyer, rhetorisch eher die grobe Keule führt und der neben seinem Buch massiv den Kauf von Edelmetallen bewirbt.“

        http://www.nachdenkseiten.de/?p=40961

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      6. bekir

        „Mitstreiter“ oder (Extrem-)„Gegner“ sind natürlich nicht die zwei einzigen Möglichkeiten, sondern nur die Pole eines Spektrums. Die NDS hatten weder behauptet noch angedeutet, dass Sie ein Freund Thorsten Schultes oder seines Buches seien (und auch ich hatte das nicht). Es geht ja schließlich nicht um die Identifizierung und Veröffentlichung Ihres Weltbildes, sondern um das des Thorsten Schulte.

        Schultes CDU-Vergangenheit bzw. Grobschlächtigkeit erwähnt zu haben, besagt nicht viel: CDU-Mann Willy Wimmer ist bei den NDS hoch angesehen und der CDU-Linke Geißler war zwar auch als grobschlächtig bekannt, aber parteiübergreifend respektiert (sozusagen das verspätete Pendant zu Herbert Wehner). Dass Schulte für die Geldanlage in Edelmetallen wirbt, macht ihn noch nicht einmal so eindeutig zum Finanzhai-Lobbyisten wie es SPD- und Gewerkschafts-Mann Walter Riester leider gewesen war.

        Das Problem ist die Nicht-Erwähnung von Schultes AfD-Bezug, die Sie selber ja bereits als Fehler eingeräumt hatten.

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      7. Paul Schreyer Autor

        Wir drehen uns im Kreis. Wenn die Nicht-Erwähnung der AfD-Nähe des Autors die Löschung gerechtfertigt hätte, dann würde das implizit bedeuten, dass man AfD-nahe Bücher zu Recht aus Bestsellerlisten bzw. entsprechenden Regalen herausmanipuliert. Genau darum ging es ja bei dem ganzen Streit. Und genau da schweigen die NachDenkSeiten weiterhin bzw. geben nur vage Andeutungen. Ich bin an dieser Stelle ausdrücklich für mehr Klarheit.

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      8. bekir

        Ja, da schließt sich der Kreis wieder: Die Nichterwähnung „rechtfertigte“ zwar nicht eine Löschung im Sinne einer (wünschenswert) gründlich durchdachten Aktion, aber sie „ermöglichte“ die Löschung in Gestalt der dann tatsächlich geschehenen Schnellschuss-Panne. Dinge laufen in der Praxis halt nicht immer so rund wie in der Theorie vorgesehen.

        Und wenn die Kommunikations-Panne wie hier zwei Väter hat, dann ist das Kommunikations-Problem insgesamt noch längst nicht gelöst, wenn nur eine Seite sich entschuldigt und „Wiedergutmachung leistet“. Da muss auch die andere Seite Einsicht und Kooperations-Bereitschaft zeigen – das dürfte die Stelle sein, an der vermutlich die NDS sich ihrerseits „Klarheit“ wünschten, aber nur ein „Schweigen“ bekamen. Dass jemand sich nicht „in eine Sachdiskussion drängen lassen“ will, wenn die davor liegende und damit zusammenhängende Kommunkationsbarriere noch zu beseitigen ist (und zwar ganz wesentlich durch die andere Seite, die so „auf Sachdiskussion drängt“), halte ich für menschlich nachvollziehbar.

        Denn der etwas abstrakte Wunsch auf „Klarstellung in der Sache“ nur dann nicht heikel, wenn man die konkreten Auswirkungen ausblendet. Den Wunsch der NDS, die Sache nicht so hoch zu hängen, muss man zwar nicht gut finden, aber man sollte umgekehrt durchaus auch mal über die Folgen einer evtl. „Prinzipienreiterei“ nachdenken:

        Rechtsgerichtete werden in diesem Land reihenweise diskriminiert, z.B. bei der Vergabe von Veranstaltungsräumen, in denen Bürgermeister keine (legalen) Parteitage etc. haben wollen.
        Wenn jetzt die NDS jetzt noch einen feierlichen Anti-Diskriminierungs-Schwur ableisten sollen, dann müssten sie doch künftig alle NPD- und AfD-Diskriminierungen aufgreifen, um so richtig glaubhaft zu sein oder nicht? Kann es aber Aufgabe der NDS sein, den Rechtsgerichteten quasi als Ombudsmann den Rücken freizuhalten, damit diese mehr Zeit und Ressourcen für ihre Hetzarbeit haben? Solche Hahnenkämpfe sollen Bürgermeister und Rechtsgerichtete doch bitte vorm zuständigen Gericht austragen, eine kleine Webseite kann nicht auf allen Hochzeiten tanzen und schon gar nicht auf denen eines bestimmt nicht wehrlosen Gegners, der für eine Schützenhilfe seitens der NDS bestimmt nur ein verächtiches Grinsen übrig hätte.

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      9. einfach so

        Entschuldigung für die Einmischung!
        Für mich ist die Sache ziemlich klar:
        Herr Schreyer hat mit einem Artikel auf eine Unwahrheit hingewiesen, innerhalb einer sog. Bestenliste wird ein Buch totgeschwiegen. Die Totschweiger taten es aus bestem Willen. Dieser Artikel erschien und der Kontaktdruck trat in Aktion. Darauf sollte der Autor (oder Artikel) auch totgeschwiegen werden. Ein ganz normaler Vorgang heute, so funktioniert unsere Presse.
        Und man glaube nicht, die NDS hätten nichts zu verlieren …

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      10. bekir

        „Die Totschweiger taten es aus bestem Willen.“
        Das ist deren eigene Sicht – und Ihre? Meine nicht, und ich denke, auch nicht die von Herrn Schreyer oder den NDS.

        „Und man glaube nicht, die NDS hätten nichts zu verlieren …“
        … durch die Löschung oder deren Rückgängig-Machung? Viel Feind, viel Ehr.

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      11. einfach so

        Wir haben ein tolles Lehrstück bekommen, wie Menschen, nun mal sind, egal welcher Richtung: Man hat Angst um seine Pfründe. Sei es Geld oder Einfluss, wenn ich darauf angewiesen bin, werde ich mit den Wölfen heulen. Es ist kein Vorsatz, es ist die unterschwellige Kontaktangst und damit die Angst selber ausgegrenzt zu werden.
        Manchmal denke ich, ein fieser Unterdrückungsstaat wäre ehrlicher und würde mehr Solidarität erzeugen.
        Und so wichtig die NDS auch sein mögen, auch sie muss man mit kritischer Aufmerksamkeit betrachten. Klicks und die Spenden zum Jahresende sind einfach wichtig.

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      12. bekir

        „Kontaktdruck“ bzw. „Kontaktangst“ – Sie meinen das Thema „Kontaktschuld“, über das u.a. Paul Schreyer insbesondere im Zusammenhang mit z.B. Ken Jebsen und der Querfront-Keule geschrieben hatte und das ursprünglich aus der Verfassungsfeinde-Hysterie der Nachkriegszeit (McCarthyismus) und ähnlichen Hexenjagden stammt?

        Nun, CDU-Mann Willy Wimmer (der bei den NDS nicht als – z.B. sozialpolitischer – Mitkämpfer gilt, aber dennoch hochangesehen ist wegen seiner – geopolitischen – Kritik an Merkel und an der transatlantischen Kriegshetze gegen Russland), hat das Vorwort zu Thorsten Schultes Buch „Kontrollverlust“ geschrieben.

        Da viele der Foristen hier den NDS-Seiten anscheinend deren Schnellschuss-Panne nicht verzeihen können, hier mal meine persönliche „Schmerzgrenze“: wenn die NDS nämlich jetzt anfangen würden, Willy Wimmer totzuschweigen oder anzufeinden aus besagten „Kontaktschuld“-Gründen. Unterhalb dieser Schwelle bleibt das alles für mich ein Sturm im Wasserglas mit einem bedauerlichen, unnötigen Zerwürfnis auf persönlicher Ebene.

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  32. schattenmaler

    Erst Joachim Jahnke, dann Wolfgang Lieb, jetzt Paul Schreyer. In 1-2 Jahren folgt dann aller Vorrausicht nach Jens Berger. Es scheint eine gewissen Tradition bei den NDS zu geben, sich im Zank zu trennen. Woran liegt’s? Albrecht Müller macht mir leider zunehmend den Eindruck eines alten Hagestolzes, der keine anderen Götter neben sich duldet. Für mich ist das wieder einmal exemplarisch für den Zustand der Linken in diesem Land insgesamt. Ein Trauerspiel. Selbstzerfleischung, sinnlose Diskussionen um Politische Korrektheit, absurde Nazi- und Antisemitismus-Vorwürfe an jeden, der nicht bis drei bei Dittfurth auf dem Baum hockt. Deswegen geht hier auch nichts vorwärts, dazu braucht man keine Mont Pèlerin Society.

    Warum hatte Jens denn so einen nervösen Zeigefinger? Weil er den Querfront-Vorwurf fürchtete, weil er auf gut deutsch die Hosen voll hatte, dass da ein AFDler in Pauls Artikel zu gut wegkommt. Normalerweise sollte man das einfach intern besprechen und dann eine gemeinsame redaktionelle Entscheidung treffen, statt einfach den Artikel des anderen zu löschen. So macht das heutzutage jeder Fussballverein in Sachen öffentlicher Kommunikation. Was hier abläuft ist ein Desaster für beide Seiten.

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  33. Thomas Hillebrand

    Das ist schon ein ganz übles Stück, was Ihnen da passiert ist! Und für Sie ja noch dazu auch eine handfeste materielle Konsequenz nach sich zieht; einfach unglaublich. Ein „strukturelles“ Problem von Albrecht Müller und Jens Berger ist leider eine tief angelegte Grundüberheblichkeit, gekrönt von der besonderen Form einer besonders aus/in linken Kreisen sattsam bekannten Form des eigenen, zutiefst narzisstischen, eitlen Wahrhaftigkeitsanspruchs. Eine oft Staunen machende Sturheit und Starrsinn sind die Konsequenz. Wie in Ihrem Fall. Die Nichtbeantwortung Ihrer ja sehr konstruktiv angelegten Fragen ist so gesehen natürlich der beredte Ausdruck dieser Haltung. Der Umgang mit ‚missliebigem Personal’ bekommt dann schnell etwas durchaus Gutsherrn-artiges.

    Ich durfte selbst schon einmal von dieser Gutsherrenluft schnuppern: Ende 2016 hatte ich auf meine Initiative hin zusammen mit Albrecht Müller die neue Rubrik „Doku interessanten Kabaretts“ in den NachDenkSeiten ins Leben gerufen. Leider ereilte diese Rubrik der schnelle Tod: Albrecht Müller passte meine Art nicht, ihm kritische Fragen zu stellen. – Und schon war sie da, die ‚Beendigung der Zusammenarbeit’. Der Gutsherr ließ grüßen. Gott sei Dank rang sich mir dann doch noch ein herzhaftes „Sie sind ein Arschloch“ am Telefon ab – und mir ging’s schlagartig besser…

    Dass die NachDenkSeiten absolut wichtig sind und es gilt, dieser Seite alles Gute zu wünschen, ist selbstverständlich. Jetzt erst einmal wünsche ich aber Ihnen alles Gute! Vor allem aber: Ich halte Sie für einen hervorragenden, absolut integren Journalisten!

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  34. Michael M

    „Die NachDenkSeiten argumentieren außerdem, man könne hier gar nicht von Zensur sprechen: „Ist es ein Zensurversuch, wenn eine Buchhandlung ein Buch weiter vertreibt, aber die Präsentation auf der Basis der Spiegel-Bestsellerliste nicht mitmacht?“

    Was die Buchhandlung da machte, war unappetitlich, dumm und politisch zweifelhaft.
    „Zensur“ ist trotzdem was anderes. Die zwanghafte Überdehnung solcher Begrifflichkeiten passt mir zu gut in die rechte Begeisterung für die hysterische Dauer-Opfer-Selbstinszenierung, Wenn du das nicht nur spontan so kommentierst, sondern dich auch jetzt noch daran festklammerst, musst du für meinen Teil nicht unbedingt in Zukunft die Tonalität bei den NDS mitprägen.

    Dazu dann noch zur Selbstlegitimierung so einen „Selbstverständlich!!!“ „Da gibts nix zu diskutieren!!!“ „Ist einfach Fakt!!!“-Kommentar zu verwenden, verstärkt bei mir diesen Eindruck nur noch zusätzlich, und zwar ganz erheblich.

    „Dazu schickte ein Leser mir folgende Gegenrede: „Selbstverständlich ist es Zensur, wenn ich behaupte, in einem Regal die Titel der Bestsellerliste zu präsentieren, aber dabei einen Titel unterschlage und das auch nicht kenntlich mache. Da muss man gar nicht drüber diskutieren. Das ist ein schlichter Fakt und die Haltung der NDS-Redaktion dazu ist empörend.“

    Das war jetzt sehr direkt, undiplomatisch und persönlich. Es soll aber kein persönlicher Angriff sein. Deinen Stil und deine Haltung will ich da gar nicht für sich bewerten. Nur: Zu den NDS passt ein etwas realitätsnäherer Maßstab einfach besser.

    Und für dich findet sich vielleicht auch eine andere Plattform mit besserer Passform.

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      1. bekir

        Das Missverständnis dürfte daher kommen, dass die WordPress-Einstellungen den Kommentator duzen: „Dein Kommentar muss noch freigeschaltet werden.“
        Nach der Freischaltung sieht der Kommentator nicht mehr diesen Hinweis, den die übrigen Leser sowieso nicht sahen.

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    1. schattenmaler

      „Realtitätsnah“ – da haben wir’s. Es geht mal wieder um dass, was der eine für „real“ hält und der andere nicht. Ich hab die Wahrheit ™. Für die einen ist die Manipulation einer Sachbuch-Top-Ten politische Zensur, für Sie nur „unappetitlich“.

      Genau das wäre sinnvollerweise Gegenstand einer redaktionellen Kontroverse gewesen, die man meinetwegen gleich mit einem Kommentar „Autoren-Meinung spiegelt nicht unsere Meinung wieder“ hätte versehen können. Löschen nach Gutsherren-Art finde ich unmöglich
      (es sei denn, die internen Abläufe waren doch ganz anders). Noch viel krasser finde ich dann aber den Vorwurf, Herr Schreyer habe sich die ganze Sache ausgedacht – das ist wirklich unterste menschliche Schublade. Ich lese jetzt seit über 10 Jahren fast täglich die NDS, am liebsten würde ich sie grad aus meinem RSS-Reader werfen.

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  35. akme147

    Herr Albrecht Müller hat sich mir gegenüber in einem Email-Austausch anläßlich meiner Empörung über die Trennung von Paul Schreyer wortwörtlich geäußert:
    „Sie übernehmen schlicht die Unwahrheiten, die Paul Schreyer verbreitet“
    Was ist dran an dieser Aussage?

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    1. Gianni

      Da haben Sie mehr Glück gehabt als ich.

      Meine Betroffenheit vor 2 Tagen per Email vorgebracht wurde von Albrecht Müller schlicht ignoriert ebenso wie mein Wunsch einer öffentlichen Stellungnahme, Begründung oder Erklärung für das Verhalten Herrn Schreyer gegenüber.

      Diese Ignoranz kann ich nicht akzeptieren und Herr Müller ist bei mir unten durch.

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  36. Z.R.

    @ Paul Schreyer:

    Persönlich finde ich das Zerwürfnis schade und hoffe, dass sich das vielleicht doch noch irgendwann – eventuell mit genug Abstand – einrenkt.

    „Im Kommentar der Redaktion zur Wiedereinstellung meines Artikels wurde zwar die Löschung begründet, nicht aber die erneute Veröffentlichung. Es ist dort mit Bezug auf die Löschung lediglich die Rede von einer ‚zu schnellen und nicht genau bedachten Reaktion‘. Die Argumente für die Wiedereinstellung bleiben dabei offen. Was hat die Redaktion dazu bewogen? Was genau war aus ihrer Sicht unbedacht, wenn doch den Argumenten für die vorherige Löschung weiterhin Gültigkeit beigemessen wird? Das ergibt für mich kein schlüssiges Bild.“

    Die Reaktion der Nachdenkseiten würde ich hier etwas anders interpretieren. Indem man sagt, dass man mit dem Löschen einen Fehler gemacht hat (den man bedauert), gibt man m.E. auch zu, dass entweder a) die eigenen Argumente für die Löschung eben nicht gültig sind und auch niemals gültig waren, oder dass b) diese Argumente zumindest nicht schwer genug sind, als dass sie die Gegen-Argumente aufwiegen könnten (oder jemals hätten aufwiegen können). (Die Nachdenkseiten würden wahrscheinlich für b) optieren.)

    Die Nachdenkseiten können dann zwar immer noch an jenen Vorbehalten gegenüber dem Artikel festhalten, die zur Löschung geführt hatten – zugleich räumen sie aber indirekt ein, dass diese Vorbehalte unter Berücksichtigung aller Gesichtspunkte das Löschen nicht rechtfertigen und auch zum damaligen Zeitpunkt nicht gerechtfertigt haben.

    Die Begründung für die Wiederherstellung ergibt sich dementsprechend von selbst. Sie besteht darin, dass man – wenn auch verspätet – eingesehen hat, dass der Artikel eben doch seine Berechtigung hat.

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  37. rot13

    Hallo Herr Schreyer,

    auch ich bin schwer enttäuscht von den Nachdenkseiten nicht zuletzt mit dem Umgang mit konstruktiver Kritik an Müller oder im speziellen an Berger gerichtet. Dass Sie nun mit fadenscheinigen „Argumenten“ herausgemobbt wurden, empfinde ich als herben Verlust für die Pluralität der Meinung im alternativen Spektrum. Obendrauf wurde gestern von Müller als weitere Reaktion wohl in diesem Zusammenhang noch einmal eine „Gebrauchsanweisung“ im Umgang mit den Herrschaften und der Dame offen für alle publiziert. Ich werde fortan den Umgang mit den NDS meiden und werde dies auch bei der diesjährigen „Unterstützung“ zum Ausdruck bringen.

    Ihnen alles Gute und die „Hinweise des Tages“ könnten Sie auch in Eigenregie auf Ihrem Blog veröffentlichen…

    Herzlichst
    rot13

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  38. einfach so

    Ich habe erst heute die Reaktion der NDS erfahren, die für mich erschütternd ist. Damals habe ich das auf die leichte Schulter genommen und den NDS am 9.11. einen Leserbrief geschrieben:

    Betr.:
    Ein geiler Witz: der Text von Schreyer „verschwindet“ / 8.11.17 – Ihr Kommentar

    Text:
    Eigentlich ein geiler Witz: Die Tendenzen, die Schreyer aufzeigen will, werden von den ‚Nachdenkseiten‘ auf ihn angewandt. – Darüber sollte man gut nachdenken!
    Übrigens „Medienkompetente“ waren mit dem Link im Artikel eingeladen, sich ein Bild vom Buch-Autor zu machen, von dem sich Schreyer lesbar distanziert hat. Allenfalls dies sollte in Ihrem Kommentar stehen!!!

    Mit freundlichen Grüßen

    Leider war es nicht so lustig – ein Witz ist es trotzdem.

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  39. einfach so

    So wichtig man die NDS auch einschätzen mag, sie hängen an Herrn Müller. Er ist ein Propagandist, Praktiker und Systemträger – schon immer. Dass er heute in den NDS Gegen-Propaganda betreibt, erleichtert uns unser Unwohl-Fühlen im System ein wenig, weil er hilft, mit Gegenpositionen die Mitte zu verschieben.
    Eigentlich sucht er aber die verloren gegangene Propaganda-Konkurrenz der 60/70er Jahre wieder zu finden. Und hier liegt das Problem – im Kampf: Kritik an der Kritik ist Verrat, eine Opposition, die sich zerfleischt, kann nichts bewirken. Das muss man wohl berücksichtigen.

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  40. Yossarian

    Es befremdet schon sehr, dass die NDS sich dazu auch jegliches Statement zu sparen scheinen. Ich fühle mich da als Spender schon ein wenig gefoppt. Vielleicht geht es nur mir so, aber eine gewisse Transparenz erwarte ich bei sowas schon.

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    1. Ein MSM-Desillusionierter

      @Yossarian,

      ich hätte von den Nachdenkseiten auch mehr Transparenz dazu erwartet. Ich will nicht abstreiten, dass „Totschweigen“ manchmal auch eine passende & angemessene Reaktion sein kann. Im vorliegenden Falle aber sehen die #NDS m.E. dadurch noch schlechter aus.

      Schade drum.

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      1. Yossarian

        Mir fällt leider wenig Positives dazu ein, warum man das nicht transparent macht. Ich weiss auch nicht, wo da irgend etwas Positives im „Totschweigen“ liegt. Hat man Angst vor der Reaktion einiger Leser?
        Und ich sage es noch mal: Ich finde es den Spendern gegenüber ziemlich respektlos. Man kann ja nicht wirklich sagen, mit welcher Intention diese getätigt wurden. Ich denke, dass es nicht wenige Leser gibt, die durchaus bewusst einzelne Personen in der Redaktion unterstützen wollen. Meine Spenden dienen z.B. auch primär als Unterstützung für Jens Berger. Das bedeutet nicht, dass ich die Arbeit der restlichen Redaktion nicht zu schätzen weiss, aber wenn Herr Müller von jetzt auf gleich Herrn Berger rausschmeissen würde, dann käme ich mir schon ziemlich verarscht vor, wenn ich kurz vorher eine Spende getätigt hätten. Da erwarte ich dann zumindest ein auf der Seite präsentes Statement, damit man mir die Umstände erklärt.

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  41. Ein MSM-Desillusionierter

    Mein Bemerkung bzgl. „Totschweigen“ bezog sich wie gesagt nicht auf vorliegenden Fall („Totschweigen“ kann m.E. mitunter dann eine sinnvolle Reaktion sein, wenn ein unsinniges Theme nicht gefüttert oder aufgeblasen werden soll). Im vorliegenden Fall würde ich eine Reaktion und auch eine Möglichkeit zur Nachfrage und Diskussion erwarten. Paul Schreyer ist m.E. eine wichtige Stimme in der alternativen Medienlandschaft, und wenn die Nachdenkseiten sich entscheiden, ihm bei ihnen die Plattform zu entziehen, dann würde ich mir eine fundierte Begründung wünschen. Nun denn, man hat sich offenbar dazu nicht entschließen können, aber dem Ruf der NDS dürfte das nicht gut tun.

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  42. L.Schaber

    Habe leider erst heute die Einzelheiten zu diesem Konflikt erfahren. Gibt es inzwischen dazu etwas Neues oder sind die Fronten noch genauso „zerschossen“ wie vor einem Jahr?

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