Xavier Naidoo und das „besetzte Land“

8. Mai 2017   —  Wieder mal ist die Aufregung groß: Popstar Xavier Naidoo hat sich doch tatsächlich erneut politisch „rechts“ geäußert! Ein Skandal – so zumindest liest man es in diesen Tagen in vielen Medien. Sein aktueller Song „Marionetten“, in dem er Abgeordnete als „Steigbügelhalter“ und „Sachverwalter“ im Dienste von „Puppenspielern“ bezeichnet, lässt die Gemüter hochkochen. Keine echte Demokratie in Deutschland? Das kann ja wohl nicht sein!

Spiegel Online ist sich sicher: Der Sänger positioniere sich „endlich unverstellt als der rechtspopulistische Hetzer und Verschwörungstheoretiker, für den ihn viele schon lange gehalten haben“. Und für das Hamburger Abendblatt ist Naidoo „in Wirklichkeit vor allem wohl ein sehr deutscher Neurotiker“.

Eine Sichtweise, derzufolge nicht etwa die gewählten Abgeordneten die politischen Geschicke im Lande lenken, ist offenbar, so kann man es zumindest gerade vielen Kommentaren entnehmen, eine krankhafte Verschwörungstheorie. Oder, wie Spiegel Online es formuliert: „Das ist die umstürzlerische, staatsfeindliche Rhetorik von Pegida und der AfD-Rechten, die sich schon im Titel eines gängigen Antisemitismus-Bildes bedient: Politik und Staat als Marionetten einer jüdisch-amerikanischen Finanzverschwörung.“

Naidoos Text – in dem von vermeintlich „jüdisch-amerikanischen Verschwörungen“ freilich keine Rede ist – als „staatsfeindlich“ zu kritisieren, legt nahe, es sei Aufgabe von Künstlern und Prominenten, den Staat zu unterstützen – ein Denkmuster, das man eigentlich aus autoritären Regimen kennt. Dass darüber hinaus die Verwendung des Begriffes „Marionetten“ ein „gängiges antisemitisches Bild“ sei, erscheint eher konstruiert. Solche Art von „Sprachpolizei“ ist ebenfalls mehr aus autoritären, unfreien Gesellschaften bekannt.

Sicher gibt es Codes, die Rechte verwenden und bei denen Vorsicht geboten ist. Doch ein Allerweltsbegriff wie „Marionetten“ lässt sich kaum ernsthaft aus dem allgemeinen Sprachgebrauch verbannen. Der Ansatz, Worte zu meiden, die auch der politische Gegner verwendet, steht ganz allgemein logisch auf schwachen Füßen. Eine gemeinsame Gesinnung entsteht – anders als viele meinen – nicht schon dadurch, dass man mit anderen die Diagnose eines politischen Problems teilt (etwa: „die Demokratie funktioniert derzeit überhaupt nicht so, wie sie soll“). Anhänger ganz unterschiedlicher politischer Lager können ein Problem in gleicher Weise analysieren – dadurch werden sie noch nicht zu Verbündeten, denn eine Diagnose ist kein Lösungsvorschlag. Erst wenn man auch dort, bei der gewünschten Lösung für ein Problem, übereinstimmt, gerät man in die Nähe des anderen politisches Lagers.

Davon aber kann bei Naidoo wohl keine Rede sein, zumal es in seinem Lied auch nicht um Lösungen geht, sondern eben um eine Diagnose. Alles was er vorschlägt, ist eine Art Selbstermächtigung der Bürger, die „einschreiten“ und „Schutzschirme ausbreiten werden“, mit denen „Unschuldigen“, an denen sich die Marionetten „vergehen“, geholfen werden soll – so der Sänger in seinem Liedtext. Was daran „rechts“ oder „antisemitisch“ sein soll, sei dahingestellt.

Die Welle der Medienkritik zeigt derweil Wirkung in der Branche. Am Wochenende hat der Sender Radio Bremen mitgeteilt, Naidoo nicht mehr weiter bei seiner anstehenden Konzerttournee unterstützen zu wollen. In der Begründung der Senderleitung heißt es:

„Der Song ruft zu Selbstjustiz auf und verneint im Kern die Unabhängigkeit demokratisch gewählter Parlamente. Das kann man alles so in Songs ausdrücken und veröffentlichen – das ist aber so weit von den Werten entfernt, die wir (…) vertreten, dass wir diese Künstler und ihre Konzerte nicht präsentieren wollen.“

Auch diese Argumentation ist bemerkenswert. Ein Künstler, der die Unabhängigkeit von Parlamenten in Frage stellt, entfernt sich demnach von allgemeinen Werten. Was, so möchte man fragen, sind das denn für Werte? Außer Konformismus und Regierungstreue fällt einem spontan nur wenig ein. Denn inwiefern ein deutlicher Hinweis auf subjektiv wahrgenommene demokratische Mängel selbst „demokratiefeindlich“ sein soll, bleibt schleierhaft.

Viele Journalisten reiben sich insbesondere an Naidoos schon in der Vergangenheit mehrfach gemachter Aussage, Deutschland sei „ein besetztes Land“. Im Interview mit dem Magazin Stern meinte der Sänger dazu bereits 2015:

„Nein, es ist keine Verschwörungstheorie. Der Historiker Prof. Dr. Josef Foschepoth ist den geheimen Vereinbarungen zwischen den Amerikanern und der Bundesregierung nachgegangen. Sie existieren wirklich. Danach dürfen die Amerikaner uns überwachen. Deutschland ist insoweit kein souveränes Land, wir sind nicht frei.“

Der Hinweis auf die Forschungen von Josef Foschepoth, der im Zusammenhang mit der NSA-Abhöraffäre ausführlich von der ZEIT und auch der Süddeutschen Zeitung interviewt wurde, zeigt, dass Naidoo in dieser Sache kein Anhänger paranoider Theorien ist. Der Popstar argumentiert hier schlicht und einfach auf dem neuesten Stand der Forschung. Seinen Kritikern ist er offenbar fachlich voraus – peinlich genug für diese.

Die Tatsache, dass Deutschland weiterhin ein in Teilen besetztes Land ist, sollte in Anbetracht der hier stationierten mehreren zehntausend US-Soldaten und zahlreicher Militärbasen und Stützpunkte eigentlich jedem spontan einleuchten. Auch hier äußert Naidoo nur eine (für viele wohl immer noch unbequeme) Selbstverständlichkeit und kein „skandalös rechtes Denken“.

Was die mediale Aufregung um den Sänger vor allem zeigt, gerade auch die böswillige – und leider niveaulose – Persiflage des ZDF-Kabarettisten Jan Böhmermann (die von vielen Leitmedien wohlwollend kommentiert und mit Verlinkung beworben wurde), ist einmal mehr die vorherrschende Selbstgerechtigkeit und Borniertheit einer Fraktion, die sich für „die Guten“ hält. Schnell sind dann auch Zensurvorschläge zur Hand. So schrieb die Frankfurter Rundschau zum Marionetten-Song:

„Weshalb Xavier Naidoo aber auf Vox noch Sendezeit eingeräumt wird, bleibt hingegen das Geheimnis des Senders.“

In diese Richtung geht es: Abweichlern soll das Mikro abgedreht, die Kamera abgeschaltet, die große öffentliche Bühne verwehrt werden. Sie sollen verschwinden, den Mund halten, gehören nicht zu „uns“, nicht zur „offenen, vielfältigen, demokratischen Gesellschaft“. Spätestens an dieser Stelle wird es seltsam.

(Dieser Artikel wurde auf den NachDenkSeiten veröffentlicht.)

Ergänzung 9. Mai: Xavier Naidoo hat sich nun auf seiner Facebookseite ausführlich zur Sache geäußert. Hier ein Auszug:

„Einer der neuen Songs der Söhne Mannheims, der Song mit dem Titel „Marionetten“, hat zu hitzigen Diskussionen geführt. Einzelne Fragmente oder Satzteile wurden hier – teilweise aus dem Kontext gerissen – bewertet, gedeutet und heftig kritisiert. Damit kann ich gut leben – gerade als Musiker, für den Kunst- und Meinungsfreiheit eines der höchsten Güter überhaupt ist. Dennoch ist es schade, dass in der Diskussion über diesen Song teilweise Unterstellungen wiederholt werden, zu denen es meinerseits zahlreiche Klarstellungen und unmissverständliche Dementis gab.

Bei dem Lied „Marionetten“ handelt es sich um eine zugespitzte Zustandsbeschreibung gesellschaftlicher Strömungen, also um die Beobachtung bestimmter Stimmungen, Auffassungen und Entwicklungen, dies im Rahmen einer künstlerischen Auseinandersetzung bewusst überzeichnet.

Das mag missverständlich gewesen sein, daher ist mir folgendes wichtig: Die Söhne Mannheims und ich stehen für eine offene, freiheitliche, liberale und demokratische Gesellschaft, in der viele Kulturen gemeinsam zusammenleben und in der es allen Menschen möglichst gut geht. Das ist mir wichtig und dafür lohnt es sich einzustehen. Wir erleben derzeit leider eine Phase, in der viele Menschen zumindest das Gefühl haben, dass es ihnen nicht mehr ganz so gut geht oder dass sie nicht mehr „mitgenommen“ werden von Gesellschaft, Wirtschaft und Politik. Das ist gefährlich und kann zu Extremismus führen. Und der ist nie gut.

Eine Demokratie und eine offene Gesellschaft leben davon, dass sie von der Mehrzahl der Menschen getragen wird, dass sie streitbar ist und auch, dass ihr Zustand kritisch hinterfragt werden darf. Gerade um sie zu erhalten und gerade um sie zu verbessern.“

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7 Gedanken zu „Xavier Naidoo und das „besetzte Land“

  1. L.Schaber

    Hallo Herr Schreyer
    Ich schätze ihre unprätentiös formulierten Analysen und bewundere fast schon Ihr unablässiges Bemühen, etwas mehr Licht in die allgegenwärtigen Desinformations- und Propagandanebel zu bringen. Auch stimme ich Ihrer Einschätzung bezüglich des „Falles Naidoo“ weitestgehend zu. Obwohl ich kein Fan seines etwas weinerlichen Pseudo-Souls bin. (Besonders seit mich ein Campingnachbar Anfang des Jahrtausends in Istrien tagelang erbarmungslos mit seinen Songs beschallte.(-: (-: ). Auch weiß ich nicht, ob ich ihm als Gerade-noch-Kurpfälzer aus Lokalpatriotismus eigentlich beistehen sollte. (-. (-;
    Aber als philosophischer Agnostiker und politischer Atheist und Religions- bzw. Kirchenkritiker kann ich mit seiner Christlichkeit schon gar nichts anfangen.

    Den Hinweis von Jens Berger bezüglich einer Nähe zum „Paläoliberalimus“ (Ron Paul) halte ich zunächst mal für nicht ganz unplausibel. Allerdings erscheint mir der Wiki-Artikel diesbezüglich auch zu wenig objektiv oder auch zu wenig unvoreingenommenzu sein.
    Aber eines stimmt wohl schon: Diese Szene will bzw. kann sich nun mal nicht eingestehen, dass die richtig erkannten „Fremdsteuerungen“ der kapitalistisch . neodarwinistischen Logik inhärent sind und schieben sie deswegen auf einen (verdeckten) „Weltkommunismus“. Manche mögen eventuell auch einem verdeckten primitiv-rassistischen bzw antisemitischen Weltbild frönen. Oder ein solches wenistens als Erklärungsansatz für geostrategische „Vorgänge“ bevorzugen. Muss aber nicht unbedingt bei allen so sein.
    Die Böhmermann-Geschichte entbehrt natürlich nicht einer gewissen Heuchelei. Hätte dieser als Subjekt seiner Satire im äußersten Grenzbereich der Meinungsfreiheit (primitives pesönliches Anpöbeln) einen hiesigen Mainstreampolitiker gewählt, wäre der Teufel los gewesen. Nicht umsonst hat man den „Staatschef-Beleidigngsparagrafen“ schnell entsorgt, obwohl man sonst immer bei Religions-„Beleidigungen“ sehr streng war.

    Aber Sie haben Recht: Konsistente und faktengehärtete Argumentationen und Argumente haben zunächst mal Ihre Gültigkeit, unabhängig von wem sie und aus welchen Motiven heraus sie geäußert werden. Das Zulassen von Propagandanebel legt Gift an die Grundsäulen jeder Demokratie. Die Meinung, den totalitären Gegner mit totalitären Methoden bekämpfen zu dürfen, führt vermutlich nur zum nachfolgenden Totalitarismus der (vermeintlich) Guten.
    Bleiben Sie dran.
    L.Schaber

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  2. hintermbusch

    Danke für diese klare Stellungnahme gegen den illiberalen Geist in Deutschland, der auf abweichende Meinungen gnadenlos mit der Keule persönlicher und wirtschaftlicher Vernichtung reagiert.
    Ich finde das Lied weder vom Text noch von der Musik her besonders gelungen (auch im Vergleich mit seinen großen Erfolgen), aber der unverhohlen kollektiv geäußerte und organisierte Vernichtungswillen gegen Naidoo lässt mir das Blut in den Adern gefrieren. DAS ist Gesinnungsfaschismus.

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  3. marie

    diese erschreckende unverhältnismäßigkeit ist es für mich vor allem, mit der hier naidoo an den öffentlichen pranger gestellt wird – und die liste würde sehr sehr lang werden von denen, die in unvergleichbar größerem umfang – nicht nur mit worten, sondern auch mit taten eine haltung gezeigt haben, deren folgen und verstrickungen von den ör medien nicht mit einem einzigen wort der kritik bedacht wurden.

    danke für diesen wichtigen beitrag.

    ich frage mich, wie viele auslegungsmöglichkeiten des grundgesetzes es wohl beim §1 geben mag? und auch sonst habe ich noch jede menge fragen an die ör medien – doch ich bekomme keine antworten darauf. wie ist denn so ein system exakt zu definieren? ganz abgesehen davon, dass es angst und unsicherheit verbreitet und sich KEIN mensch darin finden kann … nur irgendwie verlieren …

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  4. Andy

    Gut gelungener Artikel Herr Schreyer! Jede Logik oder Unlogik wurde aufgezeigt, kein Fakt ausgelassen. Was mich lediglich stört, ist die „Anmerkung“ von Jens Berger auf den NachDenkSeiten als Beigabe zu Ihrem Artikel. Ich halte diesen Anhang für überflüssig und vor allem für unnötig. Ich möchte auch erklären warum:

    Dieser „Anhang“ suggeriert dem Leser, daß zwar im Hauptartikel alles gesagt sei, jedoch im Sinne der Korrektniss ergänzungswürdig wäre. Im Lichte dieser Ergänzungen wird dann die politisch weltanschauliche Denkweise des Herrn Naidoo reflektiert, welche auch sofort in einem Topf mit der eines „bedenklichen“ Oliver Jarnich geworfen wird.

    Muß das sein, frage ich mich?! Es nutzt doch niemanden. Im Gegenteil – denn als ungeübter Leser könnte man daraus auch schließen, daß die ganze Hetzkampagne gegen Naidoo wohl doch nicht so weit hergeholt sein könnte. Im gleichen Atemzug wird hier auch ein Oliver Jarnich ins Zwielicht gestellt oder böswillig gesprochen gar diskreditiert. Mein Güte…. der arme Kerl (Jarnich) will doch auch nur die Welt verstehen und Frieden für alle. Also wo ist hier das Bedenkliche im Zusammhang. Wenn Naidoo Sym­pa­thien gegenüber Jarnich hegt, heißt das noch lange nicht, daß er sich sogleich in irgendwelche verschwörerischen negativen Machenschaften verstrickt oder gar im Sinne skurriler Weltanschauungen aktiv sein könnte. Also Bitte…

    Für mich persönlich, liest sich der ganze Anhang wie der Kommentar des Heute-Journals, wo den Leuten im Anschluß erklärt wird, wie Sie was zu verstehen haben. (OK, halber Scherz)

    Zusammengefasst will ich sagen, daß Ihr Artikel dieser Form der Ergänzung oder Relativierung nicht bedurfte. In der Dramaturgie sind es immer die letzten Worte die sich besonders nachhaltig ins Gedächtnis einprägen. Ihr Schlußsatz mit der Metapher des ausgeschaltenen Microphons fand ich auf dem Punkt. Mehr brauchte nicht gesagt werden.

    Gruß Andy

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    1. marie

      @Andy
      danke, dass sie diesen kommentar von j.b. erwähnen. DAS wäre natürlich ein w e i t e s anderes thema: konkurrenz/solidarität/eitelkeiten innerhalb der alternativen medien.

      ich lese nur „paul-schreyer-pur“ und dies ganz bewußt:-))) natürlich ist über die nds eine größere reichweite möglich … jedoch stellt sich p.sch. ja der kommentierung – wie man hier in seinem blog sieht – bei den nds ist EIN einziger veröffentlichter kommentar eher als „redaktionslinie von oben“ zu lesen – sei es nun relativierung/ergänzung oderoder … ganz doofe tradition, die da formal gepflegt wird!

      ich schreibe jetzt für ein ganz junges projekt „neue-debatte.com“ – welches WIRKLICH eine offene und herrschaftsfreie debatte anstoßen möchte (ach ja, wenn paul schreyer dort mal veröffentlichen wollte – und jeder andere natürlich genauso gern) … es also TUT und nicht nur darüber reflektiert (was schwer genug ist, weil das „who is who?“ zum schmücken des federkleides ja so „wirkungsvoll-etabliert“ ist UND DOCH NICHTS NEUES ANDERES damit praktiziert wird und das „wundern“ darüber hinter dem eigenen balken den wahren grund dafür darstellt.

      tja, die „mühen der ebenen“ sind nicht jedermann´s ding … das erkannte schon brecht – aber auch sisyphos wußte, was nach der „gipfelstürmerei“ unweigerlich kommt …

      der platz auf den gipfeln ist begrenzt – es geht um die belebung der ebenen – für alle – natürlich auch für naidoo – auf augenhöhe – mit etwas demut, viel toleranz … und freiheit – welche auch die freiheit des irrtums mit einschließen muß – ebenso wie die freiheit der „freiwilligen selbst-begrenzung“ = kompliziert:-))) … naja, wird aber nicht langweilig …

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  5. Pingback: Artikel von Paul Schreyer: „Xavier Naidoo und das ‚besetzte Land’“ – Good News – Bad News

  6. AndreasM

    Aus meiner Sicht wird viel zu viel „Kopfkino“ betrieben, was uns entwicklungsseitig nicht weiterbringt. Ob Politiker, Popmusiker oder „Normalverbraucher“ – alle stecken in ihrem Kopf-Mechanismus fest. Und das nicht unbedingt absichtlich. Was fehlt: Eine echte Vision an Stelle von „immer dagegen“. „Immer dagegen“ bedeutet unabdingbar Stillstand. Denn „Immer dagegen“ ist pures Kopfkino OHNE Vision. Es ist vollkommen egal, wie man einen Status Quo beurteilt. Einzig und alleine eine konstruktive Vision kann Menschen dazu beseelen, etwas NEUES anzustreben. Indem wir uns immer auf das konzentrieren, was uns widerstrebt, sehen wir nicht die genialen Chancen, die beispielsweise weltweite Vernetzung mit sich bringen könnte. Natürlich bringt sie auch die Überwachung mit sich. Aber von Kleingeistern, die vermutlich so angstvoll in der Welt leben, dass sie meinen, die Welt von vorne bis hinten überwachen zu müssen. Wir tun so, als ob wir jeden Tag „big brother“ fragen müssen, was wir tun dürfen. Als ob eine geheime und böse Macht uns das Leben schwer machen wollte. Es mag Geld- und Machtgier geben. Aber sich damit zu beschäftigen ist nutzlos. Stattdessen sollten wir eine Vision schaffen, Sehnsüchte wecken und uns dann von diesen tragen lassen. Es ist stattdessen so als ob wir hypnotisiert auf eine Wand vor uns starren und nicht erkennen, dass links, rechts und hinter uns keine Wand steht. Wir müssten uns nur umdrehen und gehen. Zu neuen Gefilden. Und wenn eine Idee oder Vision die Seelen beflügelt, wird nichts auf dieser Welt diese stoppen können. Schauen wir uns doch einfach an, was wir mit unseren Technologien, Ressourcen und Möglichkeiten SINNVOLLES und NACHHALTIGES machen können. Derzeit brandschatzen wir einfach nur den Planeten. Und jeder in den Industrienationen mischt da kräftig mit. Denn die Rohstoffe kommen selten aus unserem Land! Und wie Rohstoffe gewonnen werden, ist nicht unbedingt immer menschenwürdig. Schauen wir also, wie wir konstruktiv in der Welt agieren können. Entwickeln wir gemeinsam eine reale Vision. So, dass auch unsere Nachkommen noch Freude auf dem Planeten haben. Wir können natürlich weiter diskutieren, in unserem Kopfkino leben und alle Schuld auf irgendwelche Politiker oder Verschwörer schieben. Das bringt aber nichts.

    Kommen wir zurück in die reale Welt und entwickeln wir GEMEINSAM eine tragende Vision. ich bin mir sicher, dass sich in einer inspirierenden Vision auch Menschen wiederfinden können, die politisch unterschiedliche Meinungen haben. Und was sind schon Meinungen. Nichts. Wenn Menschen auf dieser Welt verhungern und dies akzeptiert wird, weil die Erdbevölkerung stetig wächst, ist das krank. Warum versucht man nicht viel kollektiver zu agieren. Das geht aber nur GEMEINSAM. Und dennoch muss man nicht Kulturen abschaffen oder „bekehren“. Ich bin mir sicher, dass man auch durch sinnvolle Dialoge den Menschen verständlich machen kann, dass ungehemmtes Wachstum der Weltbevölkerung unser aller Ressourcen-Untergang ist. Da muss man nicht Leute verhungern lassen.

    Ich würde mich freuen, wenn die Menschen endlich ihr Potential erkennen und sich von dem schwachsinnigen Angst-Kopfkino verabschieden würden. Ohne dass der Mensch erkennt, dass diese ganzen gesellschaftlichen Rollenspiele nur ein konditioniertes Theaterspiel sind, wird er weiter gefangen und unglücklich in seiner Rolle dahinsiechen. Wir sind mehr als eine Rolle in einer Laienspieltruppe…

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